Projekt: „Modellgruppe“

Dieses Projekt entstand aus der inhaltlichen Überlegung heraus, die interdisziplinäre Arbeit aller im Haus befindlichen Berufsgruppen zu intensivieren und voneinander zu lernen. Damit erreichen wir noch mehr an Nutzen und Wirkung für die Kinder und Jugendlichen.

Was zunächst in wenigen Gruppen „modellhaft“ begann, ist inzwischen in vielen Gruppen und Klassen zum Alltag geworden. Zu folgenden Themen fanden interdisziplinär besetzte Gruppen statt: Bewegung im Wasser, Kochen, Training sozialer Kompetenzen, Körper und Kommunikation, Atmen und Entspannen, Werken uvm.

Wir kommen zu dem Ergebnis, dass durch die stärkere Verzahnung der Professionen viele, neue Ideen für die Förderung der Kinder u. Jugendlichen entstehen, das gegenseitige Verständnis gegenüber anderen Berufsgruppen wächst und sich der Austausch intensiviert. Auf diesem Weg werden wir weiterarbeiten.
Die Modellphase ist inzwischen durch die Übernahme in den Alltag abgeschlossen, dennoch hat sich der Begriff gehalten.

Therapeutisches Klettern

Das Blindeninstitut München bietet einmal wöchentlich ein therapeutisches Kletterprojekt an. Geleitet wird dieses Projekt von Noah Behr, Ergotherapeut im Blindeninstitut München mit der Zusatzausbildung als Klettertrainer.
An dem Projekt nehmen derzeit zwei Gruppen mit jeweils 5 Kindern und Jugendlichen aus den Bereichen Tagesstätte, Internat und Wohnen teil. Das Klettern findet mittwochs von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr in der Kletterhalle Heavens Gate am Ostbahnhof statt. Die Kinder werden von Betreuern der jeweiligen Gruppen begleitet, zudem ist in der Kletterhalle neben Noah Behr eine weitere erfahrene Klettertrainerin an dem Projekt beteiligt, so dass eine optimale Betreuung gewährleistet ist.
Je nach ihren Möglichkeiten klettern die Kinder/Jugendlichen alleine oder werden beim Hochklettern von einem der Klettertrainer begleitet. Die Sicherungsmaßnahmen erfolgen dabei unter ständiger Aufsicht der Klettertrainer.
Das oberste Ziel beim Klettern ist die Gewährleistung von Sicherheit, gleich danach kommt der Spaß! Kinder und Jugendliche verbessern sich durch das Klettern im Miteinander, in der Koordination, Wahrnehmung, räumlicher Vorstellung und beim Planen von Handlungen.

Therapiehundeteam

Im Blindeninstitut München gibt es die Therapiehündin Mascha. Einmal in der Woche begleitet sie in jedem der beiden Standorte Neuhausen und Solln die LogopädInnen Katja und Christoph Kunert, die beide eine spezialisierte Ausbildung für die Arbeit im Therapiehundeteam haben.

In den logopädischen Therapien ist der Hund eine Möglichkeit, um Kommunikation auch für blinde und sehbehinderte Kinder auf andere Art erlebbar und be-greifbar zu machen.

Mascha schafft es auf unkomplizierte Art, Kontakt zu den Kindern herzustellen und bedeutet für viele einen großen Anreiz und ein Stück Lebensfreude. Die Kinder, die auf diese Art und Weise Logopädie erfahren und erleben, werden sorgfältig von Katja und Christoph Kunert ausgewählt. Vorab wird die Einwilligung der Eltern eingeholt.

„ Alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“

Der Ausflug zur Reithalle, der Duft von Stall und Pferd, getragen werden von einem großen starken Tier und die wohltuende Nähe des warmen Pferdekörpers, sich mit einem Partner frei im Raum bewegen – das alles sind Momente der Hippotherapie. Diese gilt als Zweig des „Therapeutischen Reitens“ und sicher auch als besonderes Schmankerl in der Therapie. Die Hippotherapie ist Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage auf und mit dem Pferd.
Die Bewegungsimpulse des Pferdes auf das Becken des Reiters sind den menschlichen Bewegungen beim Gehen sehr ähnlich. Eine normale Bewegung ist also immer mehrdimensional und so ist die Anforderung des Pferdes an den Reiter ein hochwertiges Angebot, das zudem auch alle Sinne anspricht. Daher gelten als Behandlungsziele vor allen die Verbesserung neurologisch bedingter Bewegungsstörungen, die Verbesserung der Wahrnehmung und die Vermittlung von Freude an Bewegung.

Als Voraussetzung zur Teilnahme gilt die Befürwortung durch unserer Kinderärztin. Sie wägt Indikationen und Kontraindikation miteinander ab und erst dann kann die Hippotherapie verordnet werden.
Auch die organisatorischen Rahmenbedingungen müssen stimmen. Neben einem Physiotherapeut mit Hippotherapielizenz und einer Reithalle braucht man einausgebildetes Pferd samt Ausrüstung und einen ausgebildeten Pferdeführer sowie mindestens einen weiteren Helfer und einer Aufsteighilfe wie einer Rampe oder einem Lifter.
Diese aufwendige Therapie wird nicht durch die Krankenkassen übernommen. Neben einem Elternbeitrag sind wir nur durch großzügige Spenden in der Lage die Fahrten zur Reithalle, die personelle Unterstützung und die Hippotherapie an sich zu finanzieren.
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für diese Unterstützung bedanken.