Sehen ist nicht gleich Sehen

Wie viel wir sehen, wird uns oft erst bewusst, wenn wir darauf achten, wie sehr unsere gesamte Wahrnehmung durch visuelle Eindrücke geprägt wird.
Wir verlassen uns blind auf unser Sehen, weil unsere Augen scheinbar mühelos alles erfassen:

  • Präzise Detailerkennung
  • Exaktes visuelles Vergleichen und Unterscheiden
  • Mit hoher Geschwindigkeit mehreres gleichzeitig mit den Augen registrieren
  • Schnelles Umschalten bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen
  • Sicherheit bei der Orientierung
  • Raumwahrnehmung und Bewegung
  • Guter Blickkontakt
  • Erkennen von Mimik bei Interaktionen
  • Einschätzen von Entfernungen, Formen, Farben

Gerade bei Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit sind deshalb präzise Aussagen zu den vielen Facetten des Sehens unerlässlich, um ihnen bei der Orientierung im Alltag zu helfen. Viele Betroffene verstehen einfache Instruktionen nur bedingt oder können sich schlecht mitteilen. Hier wenden unsere Orthoptistinnen unter anderem sprachfreie Testverfahren oder spezifische Untersuchungsmaterialien an.

Sehüberprüfungen mit Erfahrung und ohne Zeitdruck

Kind betrachtet einen Sehtest mit schwarz weißem Streifenmuster.

Unsere Orthoptistinnen können aufgrund regelmäßiger Sehüberprüfungen und viel Erfahrung bereits bei Säuglingen oder Menschen mit weiteren Behinderungen handlungsweisende Aussagen zum Sehvermögen und dessen Förderung treffen. Selbstverständlich sind uns dabei ein individuelles Eingehen ohne Zeitdruck, kreative und flexible Herangehensweisen und viel Geduld.

Orthoptische Sehüberprüfungen ersetzen augenärztliche Untersuchungen nicht!

Unsere Orthoptistinnen arbeiten mit den behandelnden Augenärzten zusammen. Sie beraten bei allen Fragen zum Thema „Sehen“ und bringen ihre Befunde und Behandlungsansätze in interdisziplinäre Teams ein. Bei der Anpassung von optischen Hilfsmitteln – wie Lesegeräte, vergrößernde Sehhilfen, Beleuchtung und Blendschutz – begleiten sie Angehörige fachkundig und weisen sie in die Nutzung ein.

Dieses Beratungsangebot steht allen Ratsuchenden zur Verfügung!

Entwicklungs- und Förderdiagnostik des Sehens

Die EFS ist eine sehr genaue Diagnostik für Menschen mit Sehbehinderung und weiterem Förderbedarf. Selbst ein noch so geringes Sehvermögen hat, wenn es erkannt wird, äußerst motivierende, entwicklungs- und lernfördernde Auswirkungen.

Viele unserer Besucher können uns aufgrund zusätzlicher Behinderungen weder sagen noch zeigen, was und wie viel sie sehen. Deshalb ist eine detaillierte Beobachtung des Sehens erforderlich, die die zahlreichen Aspekte der Behinderung und der gesamten Entwicklung berücksichtigt. Dies geschieht mit EFS, der Entwicklungs- und Förderdiagnostik des Sehens.

Unser EFS-Raum bietet optimale Umgebungsbedingungen, um die speziell entwickelten Sehtests auszuführen und die Prüfvorgaben zu erfüllen. Unsere ausgebildeten Diagnostiker stellen die Sehleistungen mit dem EFS-Verfahren fest und entwickeln mithilfe der Auswertung Fördervorschläge. Dabei berücksichtigen sie Beobachtungen aus anderen Entwicklungsbereichen. Im Nachgang besprechen sie die Ergebnisse mit den Eltern und allen beteiligten Fachkräften.