Menschen, die (wir) anders sehen

Eine unserer Qualifikationen ist es, Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit anders zu sehen, aber auch deren „Anderssehen“ in unserem gesamten pädagogischen und therapeutischen Handeln zu berücksichtigen. Dafür sind eine fundierte Sehbehinderten- und Blindenpädagogik und eine besondere Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen erforderlich. Als moderne Einrichtung stellen wir geeignete Unterrichts- und Fördermedien bereit und haben entsprechende bauliche Maßnahmen unternommen.

Hohe Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen

Die Aus- und Weiterbildung alle Mitarbeiterinnen in den grundlegenden Fachthemen ist uns wichtig. Alle Mitarbeiterinnen erwerben Grundkenntnisse der Augenheilkunde, über Augenerkrankungen, das Sehen und die Sehentwicklung. Besonders wichtig sind uns Themen wie visuelle Wahrnehmung und visuelle Förderung.

Auf einer hell erleuchtenden Lichtbox legt eine Schülerin mit Buchstaben ihren Namen.

Sonderschullehrerinnen haben Kenntnisse der Sehbehindertenpädagogik oder qualifizieren sich darin weiter. Wiederholte Selbsterfahrungen durch Simulationen des eingeschränkten Sehens sind dabei sehr gewinnbringend. Einige Kolleginnen bilden sich zu speziellen Themen fort, wie Cerebral Visual Impairment, Diagnostik des Sehens und neueste Förderkonzepte. Sie geben durch interne Fortbildungen ihr Wissen an die anderen Mitarbeiterinnen weiter.

Spezielle Fördermaterialien

Wir motivieren unsere Schüler mit zahlreichen Hilfen zum Lernen:

  • Verschiedene Vergrößerungshilfen
  • Leuchtintensive Unterrichtsmaterialien
  • Braille Schreibmaschinen
  • Spezielle Computer und Programme
  • Bildschirmlesegräte
  • Bedarfsgerechte, regulierbare Lichtquellen, Markierungen, „Little room“ und „Lightbox“

Aufgrund zusätzlicher Behinderungen der Schüler passen wir viele Hilfsmittel individuell an.

Besondere Räume zur Förderung des Sehens

Ein Mädchen betrachtet die bunten Wasserblasen in einer beleuchteten Wassersäule.

Zu viele visuelle Eindrücke irritieren oft, vor allem Menschen mit Sehbehinderung. In den speziell entwickelten Dunkelräumen, die sich jeweils zwischen zwei Klassenzimmern befinden, können viele Störreize ausgeschaltet werden. Dort üben und erfahren die Schüler Sehen konzentrierter, intensiver und ihrem Sehvermögen entsprechend. In unserem „Licht-Aktiv-Raum“ können die Schüler mithilfe modernster Technik durch einfache Handgriffe oder über ihre Stimme visuelle Aktionen auslösen und variieren.

Spezielle bauliche Maßnahmen erleichtern Orientierung

Blindenleitlinien, Fußtastfelder und eine optimale flexible Beleuchtung sind in einem Gebäude, in dem Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit unterrichtet werden und leben, unverzichtbar.

Ein Junge mit Brille und Pflaster auf seinem rechten Auge greift nach einem roten Noppenball.

Kontrastintensive Markierungen, fühlbare und auffallende Hinweisschilder sowie gut leitende Handläufe dienen einer guten Orientierung. Klar nachvollziehbare Raumstrukturierungen, gute Übersichtlichkeit, Ebenerdigkeit und wenig Hindernisse eröffnen leichter neue Handlungs-, Bewegungs- und Freiräume.