Die Unterrichtsinhalte

Der Unterricht am Blindeninstitut orientiert sich dabei hauptsächlich an den Lernbereichen des Lehrplans für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Schüler mit Blindheit lernen spezifische und kompensatorische Techniken.

Eine Schülerin schreibt mit Hilfe einer Lupe Zahlen im Mathematikunterricht

Bei Schülern mit Sehbehinderung legen wir besonderen Wert darauf, ihr Sehen und den Umgang mit ihrem individuellen Sehvermögen in allen Unterrichtsangeboten zu fördern.

Die grundlegenden Lernbereiche wie „Persönlichkeit und soziale Beziehungen“, „Wahrnehmung und Bewegung“, „Denken und Lernen“, „Kommunikation und Sprache“ sowie „Selbstversorgung“ bilden den Rahmen und begleiten den Unterricht in den einzelnen Schulfächern, wie folgende Grafik verdeutlicht.

Unterricht und Lerninhalte

Unterrichtsfächer und Unterrichtsinhalte an der Schule mit Förderschwerpunkt Sehen und weiterem Förderbedarf.

Grundschulstufe

Im Religionsunterricht sitzt ein blindes Mädchen sitzt vor einer Kerze und einem Kreuz.

Für unsere Schulanfänger ist es wichtig, Lernverhalten, Abläufe und Strukturen des schulischen Arbeitens kennenzulernen. Wir fördern die sozialen Kontakte innerhalb und außerhalb der Klassen. In der Grundschulstufe lernen die Kinder spielerisch, dabei wählen wir die Themen und Inhalte kindgemäß aus.
Vor allem beachten wir alle individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schüler. Die Grundschulzeit endet nach fünf Schulbesuchsjahren.

Hauptschulstufe

Bis zum Ende des 9. Schuljahres vertiefen die Schüler ihre in der Grundschulstufe erworbenen Kenntnisse. In der Entwicklungsphase vom Kind zum Jugendlichen sind zunehmende Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Handeln sehr bedeutsam. Die Schüler befassen sich mit dem Alter entsprechenden Themen wie:

  • Auseinandersetzung mit der eigenen Person und Behinderung
  • Selbstversorgung, zum Beispiel Körperpflege
  • Sexualerziehung, zum Beispiel Pubertät, Freundschaft und Liebe, Empfängnisverhütung
  • Möglichkeiten der Freizeitgestaltung
  • Kennenlernen und Nutzung öffentlicher Einrichtungen und Verkehrsmitteln
  • Erste Einblicke in die Arbeitswelt

Schüler bepflanzen gemeinsam mit einer Betreuerin einen Blumenkasten

Berufsschulstufe

Auf das Berufsleben nach der Schule bereiten sich die jungen Erwachsenen in bis zu vier Berufsschuljahren vor. Unterrichtsinhalte sind hier schwerpunktmäßig:

  • Vorbereitung auf die Arbeitswelt in Förderstätte und WfbM für Menschen mit Sehbehinderung:
     Werkunterricht
     Praxistag
     Begleitete Praktika
  • Selbstversorgung:
     Lebenspraktische Fertigkeiten (LPF)
     Mobilität
     Körperpflege und Hygiene
  • Eigenaktive Lebensgestaltung:
     Persönlichkeit und soziale Beziehungen
     Autonomie und Selbstbestimmung
     Leben mit Behinderung
     Freizeitgestaltung, zum Beispiel Freizeitwoche
  • Anwendung, Erhalt und Ausbau der erlernten Kulturtechniken

Ein blinder junger Mann im Rollstuhl sägt gemeinsam mit seinem Lehrer ein Stück Holz.

Die Berufsschüler lernen neue Formen schulischen Arbeitens. Sie werden von Fachlehrerinnen der Bereiche Keramik, Holz und Papier unterrichtet. Am wöchentlichen Praxistag arbeiten die Schüler im Werkunterricht klassenübergreifend zusammen. Die gemeinsame Freizeitgestaltung mit allen Klassen der Berufsschulstufe – Disco, gemeinsames Frühstück, Freizeitwoche, Besuch kultureller Ereignisse – fließt in den Unterricht ein.