Kernkompetenz Sehen

Im Blindeninstitut Rückersdorf leben und lernen in der Schule am Dachsberg, der Tagesstätte und im Wohnen neben völlig blinden Kindern und jungen Erwachsenen auch Schülerinnen und Schüler, die besondere Bedürfnisse im Bereich des Sehens haben. Aus unterschiedlichen Ursachen und in unterschiedlichem Grad ist ihre Fähigkeit der visuellen Wahrnehmung stark eingeschränkt.

Viele haben durch ihre gesundheitlichen Besonderheiten sowie durch eine sehr vielfältige, oft beunruhigend bunte und verwirrende Umwelt ihre Sehfähigkeit nur wenig entwickelt und entdecken durch die intensive Förderung in diesem Bereich, dass Sehen Spaß macht und dass sie selbst entscheiden können, ob und was sie anschauen. Das Sehen ist für sie oft eine der wenigen selbst steuerbaren Aktivitäten.
Diese individuellen Bedarfe im Bereich der Sehförderung spiegeln sich in den vielfältigen interdisziplinären Berufsbildern wider:

Am Dachsberg arbeiten

  • Sonderpädagoginnen und -pädagogen mit dem Schwerpunkt Blinden- oder Sehbehindertenpädagogik, geistige Entwicklung, körperlich/motorische Entwicklung und Lernen
  • Heilpädagogische Förderlehrerinnen und –lehrer
  • Therapeutinnen
  • Erzieherinnen
  • Heilerziehungspflegerinnen
  • (Kinder-)Krankenschwestern
  • Kinderpflegerinnen

Alle haben eine pädagogische, therapeutische oder pflegerische Grundausbildung bzw. Studium. Wer bei uns zu arbeiten anfängt, durchläuft eine intensive Schulung, in der die Besonderheiten unserer Schülerinnen und Schüler durch Informationen und Übungen zur Selbsterfahrung nachvollziehbar werden. Zusätzlich gibt es laufend Fortbildungen für alle Beschäftigten sowie in den letzten Jahren eine mehrmonatige, praxisorientierte und intensive Zusatzqualifikation im Bereich der EFS, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Bereichen rege genutzt wurde.
Regelmäßig bilden sich Mitarbeiterinnen auch an der Wilhelm-Klein-Akademie fort. In diesen Weiterbildungen, die blockweise an mehreren Wochenenden stattfinden werden wesentliche Aspekte sehbehinderten-/blindenpädagogischen Wissens vermittelt. Unterschiedliche Erfahrungen, Ansätze und Ideen aus verschiedenen Einrichtungen und Arbeitszusammenhängen werden vorgestellt und weitergegeben.

In jedem Gebäude gibt es einen Sehförderraum, der vollständig abgedunkelt werden kann. So wird in der Einzelfördersituation die Darbietung intensiver Lichtreize ohne visuelle Ablenkung ermöglicht. Fertigkeiten wie das Fixieren und das Verfolgen von Bewegungen können hier gezielt gefördert werden.
Um übergreifend fördern zu können, besteht ein Arbeitskreis Sehförderung, der sich mit Möglichkeiten zur praktischen Sehförderung befasst und immer wieder Sehprojekte plant und durchführt, an dem alle Schülerinnen und Schüler beteiligt werden.
Konzeptionelle Weiterentwicklungen, Aufgaben und Fragestellungen im größeren Rahmen werden vom Qualitätszirkel Sehen besprochen und geplant. Dieser setzt sich aus einem interdisziplinären Personenkreis zusammen.
Zur Diagnostik der Sehfähigkeit gibt es eine speziell für die EFS ausgebildete Psychologin, die auch für jeden ihrer Klienten Empfehlungen zur Förderung gibt.
Die Klassen-, Therapie- und Wohnräume werden so eingerichtet und gestaltet, dass einem blinden oder sehbehinderten Menschen die Orientierung erleichtert wird. Die Lichtsituation wird für die optimale und blendfreie Beleuchtung der Arbeits- und Lebensbereiche individuell eingestellt. Unterrichts-, Therapie- und Freizeitgestaltung werden mit Blick auf die Sehfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler geplant und durchgeführt. (Link Klassenraum)
Auch im Außenbereich helfen Orientierungspunkte und -linien bei den Wegen durch das Gelände.
Und schauen Sie sich doch mal unser Projekt "Mehr Licht" an.

Kontakt

Dagmar Titera
Sehbeauftragte
Tel. 09 11 / 95 77 - 113 (Sekretariat)
dagmar.titera@blindeninstitut.de