Werkstatt mit Bildungsauftrag

Die Bentheim Werkstatt GmbH als Einrichtung verfügt über ein breites Angebot an Berufsbildungs- und Arbeitsplätzen. Damit unterstützt sie die Teilhabe von Menschen mit erheblichen Sehbeeinträchtigungen und weiteren Behinderungen am Arbeitsleben sowie die Eingliederung in das Arbeitsleben. Sie bietet die für diesen Personenkreis erforderlichen besonderen räumlichen Bedingungen, qualifiziertes Personal und begleitende Dienste.
Ihren Bildungsaufträgen kommen wir insbesondere dadurch nach, dass wir eine klar strukturierte Arbeitsumwelt, intensive persönliche und körpernahe Assistenz und für die Sehbeeinträchtigung angepasste Hilfsmittel zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht Menschen mit Blindheit oder Seheinschränkung das Lernen und die Teilhabe am Arbeitsleben.

Voraussetzung für die Aufnahme in die Bentheim Werkstatt GmbH als Spezialwerkstatt ist neben den allgemein gültigen Kriterien die Diagnose einer wesentlichen Sehbehinderung oder Blindheit nach § 53 ff SGB XII.

Unsere Bildungsziele

Eine junge Frau sitzt vor einer Stanze für Halogenlampenfassungen

Das Ziel jeder Bildungsmaßnahme ist die Verbesserung der Eingliederungsmöglichkeiten in das Arbeitsleben und die Persönlichkeitsentwicklung. Die Entwicklung, Erhaltung oder Wiedergewinnung der beruflichen wie lebenspraktischen Leistungsfähigkeit möchten wir durch planmäßige Förderung erreichen.

Nach erfolgreichem Abschluss im Berufsbildungsbereich soll der Teilnehmer ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung im Arbeitsbereich dauerhaft erbringen können. Er soll somit nach seinen individuellen Möglichkeiten am Auftrag der Bentheim Werkstatt GmbH mitwirken oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Unsere wichtigsten Ziele sind Förderung von
 

  • lebenspraktischen Fähigkeiten
  • sozialen und kommunikativen Fähigkeiten
  • Orientierung und Mobilität, freier Bewegung und Abbau von Ängsten
  • Schlüsselqualifikationen; von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es ermöglichen, einen Arbeitsauftrag zu verstehen und auszuführen
  • fachpraktischen Qualifikationen, auf die Tätigkeit, den Arbeitsplatz und das Berufsfeld bezogen
  • Handlungskompetenzen wie Förderung der Grob- und Feinmotorik, körperlicher Belastbarkeit und Motivation

Um diese Ziele zu erreichen, bieten wir eine individuelle Betreuung, da die Möglichkeiten zur Umwelterfahrung durch die fehlende oder eingeschränkte Sehfähigkeit stark beeinträchtigt sind und Erfahrungen angeregt und begleitet werden müssen. Nur so erlernen die Werkstatt-Mitarbeiter, wie sie die zur Tätigkeitsausführung erforderlichen Hilfsmittel nutzen und damit ihre Fähigkeiten in allen Bereichen entwickeln.

Wir unterstützen im Eingangsverfahren

§ 40 SGB IX beschreibt die Leistungen im Eingangsverfahren und im Berufsbildungsbereich. Adressaten dieser Regelung sind die Rehabilitationsträger, die Leistungserbringer und die Leistungsberechtigten.
Aufgabe des Eingangsverfahrens ist es, festzustellen, ob die Werkstatt die geeignete Einrichtung zur Teilhabe der Teilnehmer am Arbeitsleben ist und welche Leistungen für die Eingliederung in das Arbeitsleben in Betracht kommen. Die Dauer des Eingangsverfahrens beträgt in der Regel 3 Monate und ein Beginn ist über das ganze Jahr hinweg möglich.
Das Eingangsverfahren ist dem Berufsbildungsbereich vorangestellt und bei Eignung erfolgt die nahtlose Aufnahme in den Berufsbildungsbereich der Bentheim Werkstatt GmbH.

Wir fördern Kompetenzen im Berufsbildungsbereich

Aufbauend auf die berufliche Orientierung im Eingangsverfahren vermitteln wir im Berufsbildungsbereich der Bentheim Werkstatt GmbH grundlegende Fähigkeiten in verschiedenen Kompetenzfeldern. Diese lassen sich in folgende Bereiche untergliedern:

a) Fachkompetenz
b) Personale Kompetenz
c) Aktivitäts- und Umsetzungskompetenz
d) Methodische Kompetenz
e) Sozialkompetenz – kommunikative Kompetenz

Ein junger Mann wird von seinem Ausbilder beim Sortieren von Hölzern angeleitet

Bei dem Personenkreis der hörsehbehinderten und taubblinden Menschen mit Mehrfachbehinderung fehlt neben der visuellen auch die optische Kontrolle. Dies bedeutet, dass eine Vielzahl an
 Informationen über Bezugspersonen vermittelt werden muss. Eine umfassende und häufig körpernahe Präsenz von Bezugspersonen im gesamten Lernprozess ist deshalb erforderlich, um eine berufliche Qualifizierung und Eingliederung zu ermöglichen.

Als Ergänzung der arbeitspädagogischen Bildungsmaßnahmen werden so genannte „Arbeitsbegleitende Angebote“ durchgeführt, zum Beispiel
 

  • Krankengymnastik auf ärztliche Verordnung
  • Logopädie / Ergotherapie auf ärztliche Verordnung
  • Blindenschrift mit Blindenschreibmaschine
  • Sport, unter Aufsicht von Übungsleitern

Der sozialpädagogische / psychologische Dienst unterstützt und begleitet die Teilnehmer im Berufsbildungsbereich. Neben dem Bildungsbegleiter ist der sozialpädagogische Dienst Ansprechpartner für Maßnahmeteilnehmer und gegebenenfalls deren gesetzliche Betreuer. Er berät bei Problemen, in Krisen- und Konfliktsituationen, unter Umständen auch unter Einbeziehung des sozialen Umfelds wie Eltern, gesetzlicher Betreuer, Wohngruppe sowie Behörden oder weiterer Institutionen.
Im Anschluss an den Berufsbildungsbereich, der bis zu zwei Jahren dauern kann, wechseln die Teilnehmer nach erfolgreichem Abschluss der Bildungsmaßnahme in den so genannten Arbeitsbereich der Bentheim Werkstatt GmbH.