Seite 7 - Einblicke - Das Blindeninstitut Rückersdorf

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Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
mit Sehbehinderung und weiteren Beeinträch-
tigungen entwickeln häufig ihr Sehen nicht
nebenbei und von alleine. Sie brauchen eine
besondere Förderung dazu. Aber wenn dieses
Sehen-­Lernen gelingt, eröffnet es Menschen
mit schwerer Behinderung einen neuen, eigen-
ständigen Zugang zur Welt, gibt Sicherheit und
­
Orientierung im Alltag und trägt damit maßgeb-
lich zur Steigerung der Lebensqualität bei.
Blinde Menschen, besonders wenn sie zusätz-
lich geistige oder körperliche Beeinträchtigun-
gen haben, benötigen ebenfalls spezielle Lern-
und Lebensbedingungen, um sich, trotz des
fehlenden Sinns, selbständig und unmittelbar mit
der Welt auseinanderzusetzen und für sie direkt
erlebbare Erfahrungen zu machen.
Im Blindeninstitut Rückersdorf bieten wir eine
besonders gestaltete Umgebung, spezielle
Angebote, Fachpersonal und ein besonderes
Wissen, um den Bedürfnissen dieser jungen
Menschen gerecht zu werden.
Wir setzen dazu z. B. ein spezielles Lesegerät
im Unterricht ein, gestalten den Essplatz mit
Kontrasten oder versorgen die Schülerinnen und
Schüler in den Gruppen und Klassen mit ange-
passtem Spiel- und Fördermaterial.
In speziell eingerichteten Sehräumen entdecken
Kinder und Jugendliche mit Sehbehinderung
die Freude am Sehen. Blinden Menschen helfen
wir, die Welt mit ihren anderen Sinnen –
Tasten, Hören, Schmecken und Riechen –
wahrzunehmen­.
Egal ob im Unterricht oder bei der Freizeit-
gestaltung, im Alltag oder in der besonderen
­
Förderung: blinden- und sehbehinderten­
spezifische Angebote stehen bei uns im Fokus!
Sehen
Grundlage all unserer Angebote ist eine
fundierte Diagnostik
Die orthoptische Überprüfung und eine
eigens in der Blindeninstitutsstiftung
entwickelte Methode, die „Entwick-
lungs- und Förderdiagnostik des Sehens
(
EFS)“, helfen, vorhandenes Sehpotential
zu erkennen – auch bei Kindern und
Jugendlichen, die sich nicht oder nur
schwer ausdrücken können.
Auf dieser Basis ist es möglich, für jedes
Kind die Bedingungen so zu gestalten,
dass die Sehfähigkeit nach seinen Mög-
lichkeiten gefördert wird. Das vorhan-
dene Sehpotential oder die verbliebenen
Sinne können so im Alltag optimal ein­
gesetzt und genutzt werden.