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Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn wir Gäste bei uns in den Blindeninstituten

empfangen, äußern früher oder später viele Besucher,

die zum ersten Mal bei uns sind, ihr Erstaunen: „Wir

dachten alle Menschen, die von Ihnen begleitet wer-

den, sind ‚nur‘ blind, aber das ist ja gar nicht so!“

Ja, in der Tat: Die Kinder, Jugendlichen und Erwachse-

nen, die wir in der Blindeninstitutsstiftung beim Leben,

Lernen oder als Erwachsene beim Arbeiten begleiten,

sind nicht alle blind, wie es unser Name „Blindeninsti-

tutsstiftung“ nahelegt. Aber alle Menschen, die wir

unterstützen, sind von einer starken Sehbehinderung

betroffen, die bis zur Blindheit reicht.

Neben der massiven Beeinträchtigung des Sehens

sind die allermeisten Kinder, Jugendlichen und Er-

wachsenen in den Blindeninstituten darüber hinaus

von weiteren Behinderungen betroffen, die ihr Leben

prägen. Häufig ist es eine Kombination von geistiger

Behinderung, schweren Körperbehinderungen und

der zentralen Beeinträchtigung des Sehens. Mehr als

zwei Drittel der Menschen, die wir in der Blindenins-

titutsstiftung begleiten, verfügen über keine verbale

Sprache.

Ein Teil von ihnen ist von einer doppelten Sinnesbe-

hinderung betroffen: Neben der Beeinträchtigung des

Sehens erfahren sie eine zentrale Beeinträchtigung

des Hörens und zählen zur Gruppe der taubblinden

Menschen. Das neue Bundesteilhabegesetz erkennt

Taubblindheit als eigenes Merkzeichen und damit als

spezifische Behinderung an.

Die Blindeninstitutsstiftung steht seit den 70er Jahren

für ein klares Bekenntnis und Engagement, das genau

diese sehbehinderten und blinden Kinder, Jugendli-

chen und Erwachsenen mit ihrer spezifischen Lebens-

situation und ihrem vielfältigen Unterstützungsbedarf

in den Blick nimmt.

An den unterschiedlichen Standorten in Bayern und

Thüringen haben sich Förder- und Kompetenzzentren