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Eine Schatzkammer voller Erinnerungen

Graf-zu-Bentheim-Medaille in Gold für außerge-

wöhnliches Engagement

„Wir feiern heute ein Fest! Ein ganz besonderes Fest

zu Ehren von Gerhard“, begann Vorstand Johannes

Spielmann seine Begrüßungsrede, die er in einfacher

Sprache hielt. Zur Verleihung der Graf-zu-Bentheim-

Medaille in Gold an Gerhard Brenner waren nämlich

nicht nur Familienangehörige und Stiftungsmitarbeiter

am 20. Juli 2017 in die Kantine gekommen, sondern

auch viele Menschen mit zum Teil komplexen Beein-

trächtigungen und eingeschränkten Ausdrucksmög-

lichkeiten.

Sie alle hat der Sozialpädagoge über viele Jahre

hinweg begleitet und ihre Lebensgeschichten auf

unterschiedliche Weise festgehalten. In Ich-Büchern,

zum Beispiel, sind alle wichtigen Lebensstationen,

die Familienangehörigen und Freunde in Text und Bild

verewigt. Aber auch Hobbies, Vorlieben und schöne

Erlebnisse finden darin ihren Platz.

Seine Erfahrungen und Methoden in der Biografiear-

beit, die er in über zwei Jahrzehnten der Begleitung

von Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen

gesammelt hat, beschreibt Brenner in seinem Buch

„Lebensgeschichte(n) entdecken und bewahren“, das

2013 im Verlag edition bentheim erschienen ist.

„Wir sind stolz, dass Gerhard dieses Buch geschrie-

ben hat – aber das ist noch nicht alles, warum Gerhard

heute die Medaille bekommt“, erläuterte Johannes

Spielmann. Denn dass Kopien der Ich-Bücher auch

Einzug ins Archiv der Blindeninstitutsstiftung gefun-

den haben und damit die Geschichten der Menschen,

die die Stiftung prägen, für die Nachwelt bewahrt

werden, ist ebenfalls der Initiative Gerhard Brenners

zu verdanken. „Das ist wirklich ein Schatz!“, begrün-

dete Spielmann die Entscheidung des Stiftungsrats,

dem Vorschlag vom früheren Stiftungsdirektor und

„Archivar“ Dr. Hans Neugebauer zu folgen und Bren-

ner mit der höchsten Auszeichnung der Stiftung zu

bedenken.