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stattfindende Wahrnehmung verschiedener Echos

oder Geräuschquellen. Der amerikanische Klick-Sonar

Trainer Juan Ruiz erklärt uns, dass er seine Umwelt

über Schallbilder strukturiert, die er durch Echoortung

selbst erzeugter Zungenschnalzer erstellt. Würde er

seine Umgebung nur über externe Geräuschquellen,

also außerhalb der eigenen Person wahrnehmen,

könnte er nur den Teil eines Raumes, bzw. seiner

Umgebung wahrnehmen, der im Schallbereich der

Geräuschquelle liegt. Ein gute Beispiel für die Funk-

tionsweise des Klick-Sonars ist der Vergleich mit

einer Taschenlampe: So wie ein Sehender mit einer

Taschenlampe einen Lichtkegel im Dunkeln schafft um

etwas zu erkennen, ermöglicht es das Zungenschnal-

zen den Focus selbstbestimmt auf den Raum vor sich

zu richten und zu hören, wie die Umgebung beschaf-

fen ist. Ein geübter „Klicker“, bei dem die Tonhöhe und

Tonfrequenz immer gleich ist, kann mit der Echo­

wahrnehmung gut differenzieren und unterschiedliche

Materialien bzw. Entfernungen richtig zuordnen.

 Frühe Anbahnung räumlicher Wahrnehmung

Durch die heilpädagogische Frühförderung wird

schon bei sehr jungen Kindern die Differenzierung der

auditiven Wahrnehmung geschult und so eine gute

Basis auch für Klick-Sonar geschaffen. Die Frühför-

derin übt das Zuordnen verschiedene Geräusche zu

einer Quelle, die namentlich benannt wird. Die Kinder

erfahren durch das Tragen in verschiedene Räu-

me wie Bad oder Wohnzimmer die Raumgröße und

Beschaffenheit. Sie machen erste akustische Raum-

erfahrungen, indem sie bei permanentem Sprechen

des Pädagogen von ihm herumgetragen werden und

so das Echo der Stimme in unterschiedlichen Abstän-

den zu Wänden, Ecken und Möbeln hören. Wenn die

Kleinkinder dann ins Krabbeln und Laufen kommen,

können sie diese Erfahrungen selbständig fortsetzen.

Beim ersten selbständigen „Erkrabbeln“ der Umwelt

werden sie angeregt, durch das Tasten der Wände

und der Gegenstände ihre akustische Wahrnehmung