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Erbschafts- und Schenkungssteuer
Egal, ob Sie Vermögen verschenken oder ver­
erben, es unterfällt der Steuerpflicht. Ausge­
nommen sind nur gemeinnützige Organisationen,
die von Erbschafts- und Schenkungssteuer
befreit sind. Allerdings steht auch Privat­
personen ein gewisser Freibetrag zu.
Steuerfrei bleiben Erbschaft und Schenkung
an den Ehegatten in Höhe von 500.000 EUR
an die Kinder in Höhe von 400.000 EUR
der Enkelkinder in Höhe von 200.000 EUR
(
sind die Kinder bereits vorverstorben,
­
erhalten die Enkel den Freibetrag von
400.000
EUR)
an die Eltern und Großeltern bei Erbschaften
in Höhe von 100.000 EUR (bei Schenkungen
haben Eltern und Großeltern nur einen Frei­
betrag von 20.000 EUR)
bei allen anderen Personen in Höhe von
20.000
EUR.
Zusätzlich gibt es einen Versorgungsfreibetrag
für den Ehegatten in Höhe von 256.000 EUR und
für Kinder bis zum 27. Lebensjahr zwischen
10.300
EUR bis 52.000 EUR. Auch bleibt bestimm­
tes Vermögen (z. B. das Familienheim) bei Er­
füllung gewisser Voraussetzungen steuerfrei.
Der Zugewinnausgleichsanspruch ist ebenfalls
steuerfrei.
Das über den Freibetrag hinausgehende Vermö­
gen ist je nach Verwandtschaftsgrad und Höhe
der Erbschaft mit 7% bis 50% zu versteuern.
Vermögen stiften – auf Wunsch in Ihrem Namen
Möchten Sie sich auf Dauer für einen guten
Zweck engagieren, aber den hohen administra­
tiven Aufwand für die Gründung und Führung
einer eigenen Stiftung meiden, sind die Treu­
handstiftung oder die Zustiftung Alternativen
hierzu. Diese können sowohl durch einen
Vertrag zu Ihren Lebzeiten oder durch ein Testa­
ment errichtet werden und Ihren Namen dauer­
haft mit einem guten Zweck verknüpfen.
Zustiftung und Stiftungsfonds
Bei der Zustiftung, der einfachsten Form des
Stiftens, werden die von Ihnen bestimmten
Vermögenswerte dem Vermögen einer bereits
bestehenden Stiftung zugeführt und dieses
dadurch erhöht. Für eine Zustiftung ist daher
weder eine staatliche Anerkennung noch eine
eigene Stiftungsverwaltung oder Stiftungs­
satzung erforderlich.
Da eine Stiftung nur die Erträge aus dem
Vermögen verwenden und das Stiftungsver­
mögen selbst nicht angreifen darf, bleibt Ihre
Zuwendung langfristig erhalten. Sie können
die Zustiftung auch mit der Auflage verbinden,
sie fortdauernd getrennt zu buchen und unter
Ihrem oder einem von Ihnen bestimmten Namen
zu führen (sog. Stiftungsfonds). Auch kann ein
spezieller Zweck für die Zustiftung festgelegt
werden, solange er mit den Zielen der Stiftung
vereinbar ist.
Verzichten Sie auf eine explizite Zustiftung
und vererben bzw. vermachen einen Teil Ihres
Vermögens ohne Auflagen, so steht es der
be­günstigten Stiftung frei, das Nachlassver­
mögen für anstehende Projekte der Stiftung
passend zum Stiftungszweck einzusetzen.