Seite 4 - Spuren hinterlassen

4
Menschenfreund
mit Weitblick
Graf Moritz war ein großer Menschen­
freund, dem die Achtung vor dem Ande­
ren ein hohes Gut war. So bestimmte
er zum Beispiel, dass „körperliche
Züchtigung“ in der Erziehung der blinden
Kinder absolut verboten war. Die in der
Erziehung tätigen katholischen Ordens­
schwestern wies er an, dass jedes
Kind seiner Konfession und Religion
­„
zuzuführen“ sei.
So ist er uns bis heute Vorbild für einen
respektvollen Umgang miteinander. Mit
einer Kultur der Vielfalt übersetzen wir
seine Grundanliegen in unsere Gegen­
wart und unterstützen die uns anver­
trauten Menschen individuell nach ihren
Bedürfnissen.
Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung
durch Bildung und Förderung ein weitgehend
selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, ist
seit über 160 Jahren das Kernanliegen der
Blinden­institutsstiftung. Graf Moritz zu Bent­
heim-Tecklenburg-Rheda legte im Jahr 1853
mit der Gründung eines Vereins zur „Fürsorge
von Blinden“ das Fundament für die Stiftung.
Er war überzeugt, dass Schulbildung blinden
­
Menschen eine ganz neue Perspektive für ihr
Leben ­eröffnet.
Da der Graf zur Zeit der Gründung selbst nicht
sehr vermögend war, musste er andere Zeit­
genossen von seiner Idee begeistern. Das not­
wendige Startkapital erwirtschaftete er durch
den Verkauf eines Gedichtbandes. Schon bald
konnte der Verein die erste Bildungseinrichtung
für blinde Menschen in Unterfranken eröffnen.
Unsere Wurzeln