Seite 9 - Spuren hinterlassen

Warum ein ­Testament?
Weil Sie selbst darüber entscheiden möchten, was mit Ihrem
­
Vermögen passieren soll.
Weil die gesetzliche Erbfolge oft nicht Ihren Vorstellungen
entspricht­.
Weil sich Streitigkeiten unter den Erben, wie über den Nachlass
­
verfügt werden soll, verhindern lassen.
Weil Sie eine gemeinnützige Organisation besonders unterstützen
wollen und sich damit über Ihren Tod hinaus engagieren.
Weil Ihr gesamtes Vermögen dem Staat zufällt, falls keine
­
gesetzlichen Erben ermittelt werden können bzw. von Ihnen
­
eingesetzt wurden.
Form des Testaments
Sie müssen Ihr Testament entweder selbst
handschriftlich
verfassen, also eigenhändig
schreiben und unterschreiben, oder Sie können
das Testament
notariell
beurkunden lassen.
Keinesfalls reicht es aus, einen maschinen­
geschriebenen Text zu unterschreiben oder
jemand anderen den Text mit der Hand schrei­
ben zu lassen und dann nur zu unterzeichnen.
Eine Ausnahme hierfür ist das gemeinschaft­
liche Testament zwischen Eheleuten. Hier
genügt es, wenn einer der Ehegatten das
Testament eigenhändig schreibt und beide
unterzeichnen. Fügen Sie auch den Ort und
das Datum Ihrer Unterschrift bei. So weiß
man später bei verschiedenen Testamenten,
welches das aktuelle ist. Denn Sie können Ihr
Testament jederzeit widerrufen und durch neue
­
Verfügungen ersetzen.
Inhaltliche Gestaltung
Die wichtigste Bestimmung in einem Testament
ist natürlich die
Einsetzung eines oder mehrerer
Erben.
Sie legen dabei fest, wer einmal Ihren
gesamten Nachlass erhalten soll. Dieser geht
mit sämtlichen Vermögenswerten und Ver­
bindlichkeiten auf den oder die Erben über. Als
Erben können Sie jede beliebige Person, aber
auch rechtsfähige Gesellschaften, Vereine und
Stiftungen einsetzen.
Vielleicht möchten Sie einer Person oder einer
gemeinnützigen Einrichtung nur einen bestimm­
ten Gegenstand oder einen gewissen Geld­
betrag zukommen lassen, ohne sie zum Erben
einzusetzen. Dafür können Sie
Vermächtnisse
anordnen. Ein Vermächtnisnehmer wird nicht
Erbe und hat deshalb auch keine Verwaltungs-
oder Mitbestimmungsrechte. Er hat lediglich
einen Anspruch gegen die Erben auf Heraus­
gabe des Gegenstandes oder Geldbetrages, der
ihm zugewendet wurde.
Des Weiteren können Sie in Ihrem Testament
gewisse
Auflagen
für den Erben ­bestimmen
­(
z. B. Grabpflege, Verwendung für einen
bestimmten Zweck) und auch festlegen, wer
das Testament vollstrecken soll.
Die Schenkung
Geben Sie Teile Ihres Vermögens mithilfe einer
Schenkung schon zu Lebzeiten weiter, erleben
Sie noch mit, welche Freude Sie Angehörigen
und Freunden machen oder was eine gemein­
nützige Organisation durch Ihre finanzielle
Unterstützung bewirken kann. Eine Schenkung
ist auch eine gute Möglichkeit, um Erbschafts-
oder Schenkungssteuer zu vermeiden, da die
Freibeträge alle 10 Jahre neu entstehen.
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