Seite 9 - Das Blindeninstitut W

Basic HTML-Version

9
Schule für blinde und sehbehinderte Kinder und
Jugendliche/„Offene Schule“
Mit unserer Schule für sehbehinderte oder blinde
Kinder stellen wir Ihnen den ältesten Teil, gewis-
sermaßen die Keimzelle der Blindeninstituts-
stiftung, vor. Mit der Gründung eines Vereins, der
sich „Erziehung und Unterricht hilfsbedürftiger
Blinder aus dem Kreise Unterfranken und Aschaf-
fenburg“ widmete, begann die Entwicklung
einer „klassischen“ Blindenschule. Nachdem
das Blindeninstitut zahlreiche einschneidende
Reformen des Blindenbildungssystems miterlebt
hatte, begann ab 1973 eine Neuorientierung. Der
Schule für normalbegabte blinde und sehbehin-
derte Kinder und Jugendliche kommt aber heute
mehr denn je eine sehr wichtige Funktion zu: Sie
bildet eine Brücke zwischen der Welt außer-
halb des Blindeninstituts und Schüler/-innen
und Bewohnern/-innen unserer Einrichtung. In
unserem Schulzweig werden normalsehende
und sehbehinderte oder blinde Schüler/-innen
gemeinsam unterrichtet („Offene Schule“) und
können so die Grund- und Hauptschule erfolg-
reich absolvieren. Die konzentrierte Atmosphäre
kleiner Klassen ermöglicht neben erfolgreichem
Lernen auch Begegnung und Austausch: Gemein-
sam erwerben blinde und sehbehinderte Schüler/
-innen und Sehende soziale Kompetenz für den
sensiblen Umgang mit anderen. So können wir
jedes Jahr Botschafter für das Blindeninstitut auf
einen anderen Schulweg oder in die Berufslauf-
bahn außerhalb des Blindeninstituts entlassen.
Schule für mehrfachbehinderte blinde und
sehbehinderte Kinder und Jugendliche
Viele der von uns betreuten jungen Menschen
haben zusätzlich eine körperliche und/oder eine
geistige Behinderung, so dass wir in der Graf-
zu-Bentheim-Schule des Blindeninstituts eine
eigene Abteilung für mehrfachbehinderte blinde
und sehbehinderte Kinder und Jugendliche
haben.
Neben einer Visusminderung steht für uns vor
allem der individuelle sonderpädagogische För-
derbedarf im Vordergrund. Klassen und Gruppen
werden dabei nach dem individuellen Förder-
bedarf gebildet, der zu ganz unterschiedlichen
– homogenen wie heterogenen – Klassen führen
kann. Gemeinsam mit den Fachdiensten arbeiten
Sonderschullehrer, Heilpädagogen und Pflege-
kräfte zusammen, um eine möglichst umfang-
reiche und ganzheitliche Förderung anzubieten.
Da unsere Kinder und Jugendlichen zusätzlich
zu ihrer Sehschädigung meist noch körper-
liche und/oder geistige Behinderungen haben,
schaffen wir in der Gestaltung von Räumen,
in der Ausstattung und im Gelände hervor-
ragende Bedingungen, um junge Menschen
mit verschiedensten Einschränkungen fördern
zu können.