Heilpädagogische Frühförderung

Im Mittelpunkt der heilpädagogischen Frühförderung Sehen steht die Entwicklung des funktionalen Sehens. Damit sind die visuelle Orientierung in der Umwelt und das visuell gesteuerte Handeln gemeint.

Sehen ist grundlegend für Fortbewegung, Handeln sowie die Entwicklung vieler kognitiver Fähigkeiten und der Kommunikation. Somit findet auch die Förderung des Sehens immer unter Einbezug und im Hinblick auf die weiteren Entwicklungsbereiche statt.

In Anpassung an die individuelle Sehfähigkeit sowie dem motorischen und kognitiven Entwicklungsstand werden Förderschwerpunkte festgelegt.
 

Eine Frühförderin zeigt einem kleinen Mädchen und einem kleinen Jungen ein Buch. Das Mädchen sitzt auf dem Schoß seiner Mutter.

Mögliche Förderschwerpunkte

Verbesserung der Sehwahrnehmung
  • Verbesserung und Stabilisierung der beidäugigen Zusammenarbeit
  • Üben von Blicksprüngen: Ferne – Nähe, Seite
  • Üben von Folgebewegungen
  • Üben der Detailwahrnehmung und Objekterkennung
  • Ausloten der optimalen Lichtverhältnisse

Verbesserung der Handlungsfähigkeit
  • Einsatz des Sehrestes bei Handlungen
  • Handlungsplanung – Feinmotorik – Auge-Hand-Koordination
  • Strategien für die Bewältigung von Alltagsaufgaben lernen
  • Systematisches Arbeiten von links nach rechts und von oben nach unten
  • Einsatz von und Umgang mit Hilfsmitteln

Förderung von Körperwahrnehmung, Motorik und Fortbewegung
  • Förderung der Körpereigenwahrnehmung
  • Übungen zur Körperstabilität und -flexibilität
  • Visuelle oder akustische Anreize für die eigenaktive Fortbewegung bieten
  • Orientierungsstrategien erlernen

Förderung der Kommunikation
  • Unterstützung bei der Begriffsbildung (Dinge erfassen und ihnen einen Namen geben)
  • Verbale und nonverbale Kommunikation unterstützen
  • Kommunikationsregeln kennen lernen
  • Kommunikationshilfsmittel kennenlernen

Förderung der Kognition
  • Aufbau einer inneren Landkarte, Vorstellung über die Umwelt
  • Schulung visuell-kognitiver Fähigkeiten
  • Übung der Gedächtnisleistungen
Förderung der weiteren Sinne: Hören, Tasten, Riechen, Schmecken

Bei hochgradiger Sehbehinderung und Blindheit kommt der Förderung der weiteren Sinne eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere der Schulung in der Klick-Sonar-Technik.

Beratung und Begleitung von Eltern und Kindertageseinrichtungen

Im Laufe un­se­rer Be­glei­tung bie­ten wir den El­tern oder Be­zugs­per­so­nen in­di­vi­du­el­le Be­ra­tung zu fol­gen­den The­men
  • Kindlicher Entwicklungsverlauf
  • Auswirkung der Sehbehinderung / Blindheit / Hör- und Sehbehinderung
  • Hilfsmittel, Spiel- und Fördermaterial
  • Orientierung und Mobilität
  • Lebenspraktische Fertigkeiten
  • Erziehungsfragen
  • Probleme im Alltag
  • Kindertagesstätte
  • Sozialrechtliche Fragen
  • Netzwerke
  • Übergang in die Schule, Übergabe an den MSD

Beratung ist ein wesentliches Element unserer Arbeit und stellt die aktuellen persönlichen Bedürfnisse des Kindes und seiner Familie in den Mittelpunkt.
Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge sitzen an einem Tisch und bauen einen Turm aus leuchtenden Bausteinen. Der Vater hilft dem Mädchen dabei. Die Frühförderin schaut zu.

Unser spezielles Beratungsangebot: Entwicklungspsychologische Beratung (EPB)

Das Säuglings- und Kleinkindalter ist ein Entwicklungsabschnitt, der an Eltern besondere Herausforderungen stellt. Zugleich werden in dieser Zeit alle Grundlagen für die weitere Entwicklung des Kindes gelegt. Der frühe Aufbau einer sichereren und zuverlässigen Bindung zwischen Eltern und Kinder stellt eine wichtige Basis für die Bewältigung von Herausforderungen in der weiteren Entwicklung dar.

Die Entwicklungspsychologische Beratung (EPB) ist eine videogestützte Methode zur Förderung und Stärkung der elterlichen Feinfühligkeit in der frühen Kindheit. Es dient zur Förderung und Stärkung einer guten Eltern-Kind-Beziehung und einer sicheren emotionalen Bindung zum Kind. Diese ist ein wesentlicher Schutzfaktor für spätere Belastungssituationen und deren Bewältigung. Die EPB beugt Entwicklungs- und Verhaltensproblemen vor und unterstützt Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen (z. B.  Babys, die viel schreien, schlecht schlafen oder Fütterprobleme haben, Frühgeborene, entwicklungsauffällige Kinder, etc.) 
 
Eine Frau streichelt einem kleinen Jungen im Maxicosi den Bauch. Der Junge lächelt.

Fortbildungsangebot

Für Eltern und Erzieherinnen bieten wir Fortbildungen zum Thema Sehen und Seheinschränkungen an. Ausschreibungen hierfür finden Sie in Kürze hier.

Unser Team

Um den fach­li­chen An­for­de­run­gen und den be­son­de­ren Be­dürf­nis­sen der Kin­der und Fa­mi­li­en ge­recht zu wer­den, ar­bei­ten wir in­ter­dis­zi­pli­när mit Kol­le­gen aus un­ter­schied­li­chen Fach­rich­tun­gen zu­sam­men:
  • Sozial-, und Heilpädagogik
  • Psychologie
  • Orthoptik, regelmäßige orthoptische Überprüfungen im Frühförderverlauf
  • Orientierung und Mobilität
  • Lebenspraktische Fähigkeiten
  • Unterstützte Kommunikation
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Logopädie