Intern tätige Fachdienste

In unserem interdisziplinären Beratungs- und Kompetenzzentrum arbeiten unter anderem Fachdienste aus den Bereichen Kommunikation und Unterstützte Kommunikation, Orthoptik sowie Rehabilitation (O&M und LPF) zusammen. Unser Ziel ist es, dass die von uns betreuten Menschen eine Förderung erhalten, die ihren jeweiligen individuellen Bedürfnissen entspricht. Zudem unterstützen, beraten und schulen wir mit unserem Fachwissen das betreuende Personal. Nachfolgend stellen sich die einzelnen Fachbereiche in Kürze vor:

Kommunikation und Unterstützte Kommunikation

Hallo, Guten Tag, Servus und Grüß Gott ... Es gibt unzählige Formen jemanden zu begrüßen. Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten, mit anderen zu kommunizieren. Vor allem in der Arbeit mit Menschen, die kaum etwas oder gar nichts sehen, die keine Lautsprache entwickelt haben oder unter erschwerten Bedingungen auf dem Weg dahin sind, wird die Schwierigkeit der Kontaktaufnahme und des Austauschs deutlich.
Als Fachdienst Kommunikation setzen wir uns mit eben dieser Vielfalt an Möglichkeiten und Methoden auseinander. Wir beraten individuell und speziell an den Belangen jedes Einzelnen orientiert und bilden Mitarbeiter zu kommunikationsspezifischen Themen fort. Unser Wunsch ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von sozialer Interaktion und Kommunikation für die Lebensqualität eines jeden Menschen zu schärfen.

Unsere Arbeit umfasst unter anderem:

  • Talkergruppen für Bewohner
  • Gebärdenkurse für Mitarbeiter
  • Einrichtungsinterne wie -übergreifende Arbeitskreise (z. B. zum Thema Taubblindheit)
  • Unterstützte Kommunikation

Der orthoptische Fachdienst

Die Orthoptik ist ein spezieller Bereich der Augenheilkunde und umfasst die Vorbeugung (Prävention), Erkennung (Diagnostik) und Behandlung (Therapie) von

  • Schielerkrankungen
  • Sehschwächen
  • Störungen des ein- und beidäugigen Sehens
  • Augenzittern
  • Augenbewegungsstörungen

In der Orthoptik, einem medizinischen Fachberuf im Gesundheitswesen, arbeiten Orthoptistinnen, die spezielle Kenntnisse über Augenbewegungen und visuelle Verarbeitung haben. Neben diesen klassischen Aufgabengebieten sind Orthoptistinnen auch in der visuellen Rehabilitation von Patienten mit zerebralen Sehstörungen nach angeborenen oder erworbenen Hirnschädigungen und von sehbehinderten Patienten tätig sowie in der Früherkennung und Diagnostik von visuell bedingten Entwicklungsauffälligkeiten.
Bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Blindeninstitut gehen wir bei der orthoptischen Diagnostik individuell auf deren Fähigkeiten ein. Die Anpassung von optischen und elektronischen Hilfsmitteln sowie die Gestaltung des Arbeitsplatzes und des Umfeldes gehören weiterhin zu unseren Aufgaben.

Orientierungs- und Mobilitätslehrer (O&M)

Blindheit oder Sehbehinderung schränken die Fähigkeit zur selbstständigen Orientierung und Fortbewegung in hohem Maße ein.
Als Rehalehrerinnen für O&M schulen wir Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit mit dem Ziel, diese Einschränkungen zu überwinden und ihnen ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen.
 
Vermittelte Techniken:

  • Den eigenen Körper vor Hindernissen zu schützen
  • Wahrnehmungsförderung alternativer Sinne
  • Sehende Begleitung
  • Gebrauch und Umgang mit dem Langstock
  • Entwickeln von gesundem Gefahrenbewusstsein
  • Nutzung und Umgang mit Hilfsmitteln

Lehrer für Lebenspraktische Fertigkeiten (LPF)

Blindheit oder Sehbehinderung bedeuten für die Fähigkeit zur selbstständigen Verrichtung der alltäglichen Handgriffe, die bei der Bewältigung der eigenen Lebensführung erforderlich sind, eine große Einschränkung.
Im LPF-Unterricht lernen blinde und sehbehinderte Menschen spezielle Techniken, Methoden und Strategien, um ihren Alltag unter Einbezug ihrer individuellen Ressourcen und Bedürfnisse weitestgehend eigenständig zu bewältigen und ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Schulungsinhalte für den Bereich LPF:
  • Hauswirtschaftliche Versorgung
  • Ernährung
  • Körperpflege
  • Gesellschaftliche Umgangs- und Kommunikationsformen