´╗┐ Jahresbericht des Blindeninstituts Thüringen 2015/2016
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Bevor wir mit unseren Schülern verschiedene Gestal-

tungsmöglichkeiten der Geschichte ausprobierten,

war es wichtig, genau zu überlegen, welche Farben

lassen sich gut im Schwarzlicht darstellen und welche

Materialien eignen sich dafür. Wir entschieden uns für

die Farben Rot, Gelb, Blau und Weiß. Als Materialien

verwendeten wir Chiffontücher, Pois mit Chiffontü-

chern, Futterstoff, Federboa sowie einen netzartigen

Stoff. Zunächst erzählten wir den Schülern das

Farbenmärchen ohne den Einsatz des Schwarzlichtes.

Die einzelnen Farben wurden dabei am Leuchttisch

durch Futtertaft oder mit einem Chiffontuch, welches

mit einer Taschenlampe beleuchtet war, visuell

wahrnehmbar. Neben der visuellen Aufmerksamkeit

regte dieses Lernangebot einige der Schüler dazu an,

den beleuchteten Stoff mit ihren Händen zu berühren

und diesen zu bewegen. Dadurch entstanden schon

die ersten Farbspiele.

Um die Eigenschaften der Farben darstellen zu

können, setzen wir entsprechende Musikstücke ein.

Gemeinsam mit den Schülern wählten wir zu den

einzelnen Farben geeignete Musikstücke aus. Durch

Laute, Mimik, Gestik oder kleine Wörter zeigte jeder

Schüler auf seine Art und Weise, welches Musikstück

ihm zu welcher Farbe gefiel. Zum Glück waren wir uns

schnell einig, welche Musik zu welcher Farbe passte.

Jetzt probierten wir verschiedene rhythmische Be-

wegungen mit den unterschiedlichen Materialien aus.

Durch Bewegung der Arme gelangen uns mit den Chif-

fontüchern einerseits kleine und große kreisförmige

Schwungbewegungen und andererseits langsame

und schnelle Bewegungsabläufe. Mit dem Futterstoff,

dem netzartigen Stoff und der Federboa erzeugten

wir verschiedenartige Wellenbewegungen. Jedem

Schüler unserer Klasse war es mit mehr oder weniger

Unterstützung möglich, aktiv an der Umsetzung des

Farbenmärchens im Schwarzlicht mitzugestalten. Mit

Freude betrachteten und bewegten die Schüler die

leuchtenden Farben im Schwarzlicht. Kevin nahm das

gelbe Chiffontuch in seine Hand und führte es zu den

Augen, um es ganz nah zu betrachten. Luca ließ das

rote Chiffontuch mit großen Schwüngen vor seinem

Körper tanzen, reichte es Jan und wartete ab, bis

er seine Augen öffnete und seinen Blick zum Tuch

wendete. Theresa staunte mit offen Mund und großen

Augen über das blaue Tuch vor ihren Augen. Melissa

war von der weißen Federboa auf ihrem Körper faszi-

niert und lächelte zufrieden.