Jahresbericht des Blindeninstituts Thüringen 2015/2016
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reichen bei, fördert Selbständigkeit und Selbstbestim-

mung.

Bis es zur jetzigen Umgebungsgestaltung in der

Wohngruppe und in der Tagesschulklasse kam, muss-

ten auf viele Fragen Antworten gegeben werden. Was

sehen die Kinder und Jugendlichen und wie setzen

sie ihr Sehen ein? Welche Funktionen hat der Raum?

Welche Handlungsinteressen haben die Menschen,

für die wir gestalten und welche haben wir? Welche

Wege und mit welchem Blick bewegt sich ein Kind

oder ein Jugendlicher (oder wird bewegt) durch den

Raum? Nicht selten begaben wir uns in der Beantwor-

tung dieser Fragen „auf Augenhöhe“.

Intensiv beschäftigen wir uns immer wieder mit

Farben oder besser gesagt mit Farbkontrasten. Rot

und Grün zum Beispiel können schlecht unterschieden

werden, wenn sie die gleiche Leuchtdichte haben.

Hier kommt auch das Thema „Licht und Beleuchtung“

ins Spiel. Licht bringt Dinge überhaupt erst zum Sehen

und damit heißt eine der obersten Gebote bei uns

„Licht an!“ und natürliche Lichtquellen wie Fenster

und Glastüren nutzen. Mit dem Licht ist es nicht ein-

fach. Es darf nicht blenden, nicht diffus sein, es sollte

Reflexionen vermeiden und Kontraste erkennbar

machen. Unsere Gruppen im Robert-Koch-Haus haben

von Grund her eine andere Lichtsituation als die im

Kniese-Haus. Es ist dunkler. Und diesen Unterschied