Jahresbericht des Blindeninstituts Thüringen 2015/2016
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ihren Kommunikationsmöglichkeiten so stark beein-

trächtigt sind, haben wir uns deshalb entschieden,

diesem Bereich noch stärker als bisher Aufmerksam-

keit zu schenken. Neben dem zentralen Förderschwer-

punkt Sehen soll Kommunikation die zweite tragende

Säule unseres Unterstützungsangebotes werden.

Um dieses Anliegen strukturell zu verankern, haben

wir stiftungsübergreifend den Qualitätszirkel Kommu-

nikation auf den Weg gebracht mit dem Ziel, verbind-

liche Standards zu erreichen und zu sichern. Die

Blindeninstitutsstiftung engagiert sich gemeinsam

mit anderen Trägern in einem europäischen Netzwerk

und – gefördert durch das EU-Erasmus-Programm

„Propaek“ – in der Erarbeitung eines Mitarbeiter-

schulungsprogramms, das die Kommunikation von

Menschen ohne verbale Sprache zum Thema hat.

Dabei können wir auf viele Kompetenzen und Erfah-

rungen zurückgreifen, die wir in fast vier Jahrzehnten

in unserem Engagement für taubblinde und hörsehbe-

hinderte Menschen gesammelt haben. Die Kollegin-

nen und Kollegen aus diesem Bereich kommunizieren

schon lange in vielen „Sprachen“: sie „lormen Buch-

staben in die Hände“, sie gebärden taktil, sie arbeiten

mit Piktogrammen und Verweisern.

Immer mehr nutzen wir in der sogenannten „Unter-

stützten Kommunikation“ die technischen Möglichkei-

ten, die die moderne IT bis hin zum iPad bieten und die

faszinierende neue Welten zu erschließen vermögen.

All das geschieht mit dem großen Anliegen, sehbe-

hinderte und blinde Menschen mit komplexen Beein-

trächtigungen dabei zu unterstützen, eine Sprache für

sich zu entwickeln – auch wenn sie keine Worte zu

sprechen vermögen.

Wir als Vorstand der Blindeninstitutsstiftung danken

allen Kolleginnen und Kollegen, die sich voller Leiden-

schaft und mit viel Kreativität und Phantasie dafür

einsetzen, dass die ihnen anvertrauten Menschen

sich sprachlich auf anderen Wegen Ausdruck ver-

schaffen können und ihre Welt so im wahrsten Sinne

des Wortes verstehen lernen.

Wir danken Ihnen, unseren vielen Unterstützerin-

nen und Unterstützern, dass Sie dieses Engagement

mittragen, fördern und weiterbringen, denn viele der

neuen Wege können wir nur dank Ihrer finanziellen

Mithilfe beschreiten.

Gemeinsam tragen wir dazu bei, dass Selbstbestim-

mung und Teilhabe keine Postulate bleiben, sondern

jeden Tag gelebt werden – auch von Menschen ohne

verbale Sprache.

In diesem Sinne grüßen wir Sie in dankbarer Verbun-

denheit aus der Blindeninstitutsstiftung

Johannes Spielmann

Dr. Marco Bambach

Vorstand

Vorstand