Jahresbericht des Blindeninstituts München 2017
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„Sehen und weiterer Förderbedarf“ entwickelt, die

genau dem Anspruch entsprechen, der sich aus den

Herausforderungen unterschiedlichster Behinde-

rungen in Kombination mit der Beeinträchtigung des

Sehens ergibt.

Vielleicht fragen Sie sich: Warum lenken wir Ihre

Aufmerksamkeit in unserem Vorwort zum diesjährigen

Jahresbericht auf die Vielfalt der Behinderungen, von

denen die sehbehinderten und blinden Menschen, die

wir begleiten, betroffen sind?

Uns ist es ein Anliegen, Ihnen die spezifische Lebens-

situation von sehbehinderten und blinden Menschen

mit Mehrfachbehinderungen etwas näher zu bringen.

Denn das Leben dieser Menschen ist nicht nur be-

stimmt von ihrer massiven Beeinträchtigung des Se-

hens. Sie erleben viel mehr Teilhabe-Einschränkungen

in fast allen Dimensionen ihres Lebens.

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen

mit Behinderungen verpflichtet unsere Gesellschaft

und damit uns alle, diese Teilhabe-Einschränkungen

so weit wie möglich abzubauen, um auch Menschen

mit komplexen Behinderungen so viel Teilhabe und

Selbstbestimmung wie nur machbar zu ermöglichen.

Diesem Anspruch stellt sich die Blindeninstitutsstif-

tung! Wir werden ihm vor allem mit unseren mehr

als 2000 Kolleginnen und Kollegen gerecht, die alle

Expertinnen und Experten des Sehens sein müssen.

Aber das allein reicht nicht aus: Unsere Mitarbeite-

rinnen und Mitarbeiter brauchen umfassende Kompe-

tenzen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Sie sind

zudem darin erfahren, nicht-sprachlich zu kommuni-

zieren. Sie sind hochkompetent, sehr intensiv behin-

derte Menschen körperlich und auch behandlungs-

pflegerisch zu pflegen. Und sie brauchen Kenntnisse

über die psychosoziale Entwicklung eines Menschen,

um ihn entsprechend seines Entwicklungsstandes

und seiner Möglichkeiten zu unterstützen.

Die verschiedensten Anforderungen an die differen-

zierte Fachlichkeit und die menschlichen Kompeten-

zen unserer Kolleginnen und Kollegen ließe sich fast

unbegrenzt fortsetzen, da die Anforderungen, die die

individuellen Behinderungssituationen an uns stellen,

so unterschiedlich sind.

Uns ist es wichtig, uns mit den Anforderungen, die

sich aus den komplexen Behinderungsbildern erge-

ben, weiterzuentwickeln. Nur so ist es möglich, auch

für sehbehinderte und blinde Menschen mit intensi-