Jahresbericht des Blindeninstituts Würzburg 2017
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Blindenobsorgeverein 1853 –

Förderverein der Blindeninstitutsstiftung e. V.

Liebe Leserinnen und Leser,

lassen Sie uns zunächst einen kurzen Blick zurück in

die Anfangszeit der Blindeninstitutsstiftung werfen:

Die Blindeninstitutsstiftung wurde zunächst als

Verein – Blindenobsorgeverein – am 19. April 1853 ge-

gründet, der sich die Errichtung eines Kreis-Blinden-

Instituts zum Ziel setzte. Der Grund, zunächst einen

Verein zu gründen, ist darin zu sehen, dass kein kapi-

talkräftiger Stifter zur Verfügung stand. Moritz Graf zu

Bentheim-Tecklenburg-Rheda blieb kein anderer Weg,

als über den Verein und damit über Vereinsbeiträge,

über Spenden und über den Erlös seines Gedicht-

bandes ein Stammkapital für den Grundstock einer

Stiftung anzusammeln.

Dies gelingt ihm in sehr kurzer Zeit, so dass er acht

Monate nach der Gründung des Vereins die Blinde-

ninstitutsstiftung im Dezember 1853 ins Leben rufen

kann. Neben dem Trend der allgemeinen Entwicklung

der Stiftungen dieser Zeit gehört die Blindeninstituts-

stiftung auch sicher zu den Einzelerscheinungen: mit

der Besonderheit, dass der Verein die Blindeninsti-

tutsstiftung weiterhin tatkräftig unterstützt und beide

bis heute in sehr enger Verbindung weiter bestehen.

Ging es bei der Gründung des Vereins im Jahr 1853 um

grundsätzliche soziale Problemstellungen in unserer

Gesellschaft, geht es heute um wichtige kleinere

Beiträge, um z. B. individuelle Wünsche Einzelner er-

füllen oder in Notlagen entsprechende Hilfen geben zu

können. Zweck des Vereins ist die Förderung der Blin-

deninstitutsstiftung und die Unterstützung blinder und

sehbehinderter Menschen. Der Verein fördert z. B.:

• blinde Schüler an Regelschulen

• Fortbildungsmaßnahmen für Eltern von blinden und

sehbehinderten Kindern, Jugendlichen und Erwach-

senen sowie Fortbildungen für MitarbeiterInnen, die

in Einrichtungen arbeiten, in denen sehbehinderte

und blinde Menschen leben und betreut werden

• Schullandheimaufenthalte, Urlaubs- und Ferienfrei-

zeiten

• Reittherapie

• Therapiegeräte und Hilfsmittel

• bedürftige blinde und sehbehinderte Menschen mit

Geldzuwendungen

Im zurückliegenden Berichtszeitraum hat der Förder-

verein SchülerInnen Zuschüsse für die Teilnahme an

Schullandheimaufenthalten sowie Ferienfreizeiten ge-

währt, einen Zuschuss für die Ausstattung eines Sno-

ezelenraumes in Rückersdorf und einen Zuschuss für

eine Fortbildung im Blindeninstitut Untermain. Weiter

wurde eine Brille und Kontaktlinsen für einen Schüler

bezuschusst, die Fahrt einer Schülerin zu ihrem Prak-

tikum und Leuchten für die Arbeit der Frühförderung.

Wie schon seit vielen Jahren gewährt der Förderver-

ein einem festen Kreis von blinden Menschen jährlich

eine Sommer- und Winterzuwendung.