Seite 14 - Das Blindeninstitut W

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Augen-Blick mal! Lernen und Leben im Blindeninstitut Würzburg
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Mobiler Sonderpädagogischer Dienst (MSD)
Offene Behindertenarbeit (OBA)
(Nachschulische Betreuung)
Das Beratungsangebot des Blindeninstituts
beinhaltet auch einen mobilen Dienst, um seh-
behinderten und blinden Schülern/-innen an all-
gemeinen Schulen, aber auch anderen Förder-
schulen sowie an berufsbildenden Schulen
gleiche Chancen wie Normalsichtigen zu bieten.
Wir beraten Eltern und Lehrer und unterstützen
die betreffenden Schüler/-innen in Unterricht
und Klasse. Darüber hinaus bieten wir fachliche
Mithilfe bei der Diagnose von Sehauffälligkeiten
an. Zu den Aufgaben unseres Betreuungsteams
gehören:
– Diagnostik
– Beratung des Personals der Regelschule
(Schulleiter, Klassen- und Fachlehrer,
pädagogische Assistenten)
– Beratung der sehgeschädigten Schüler/-innen
und ihrer Eltern
– Planung und Durchführung von Förder-
programmen
– Fortbildungsveranstaltungen für
Regelschullehrer/-innen
– psychologische Beratung und Unterstützung
– Beschaffung spezieller Lehr- und Lernmittel
sowie die Einweisung in ihren Gebrauch
– Gruppenangebote (Eltern- und Schüler-
wochenenden)
Eine besondere Rolle nimmt das Team der
OBA bei der Begleitung von Jugendlichen und
jungen Erwachsenen ein. Durch eine intensive
Betreuung helfen wir ihnen, den Übergang aus
der Schullaufbahn zu einem ihren individuellen
Möglichkeiten und Wünschen entsprechenden
Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.
Berufliche Perspektiven gehören auch für blinde
und sehbehinderte Menschen zur Entwicklung
von größtmöglicher Selbstständigkeit und
Unabhängigkeit unabdingbar dazu.
Leben und Lernen mit
herausforderndem Verhalten
Einige sehbehinderte oder blinde Kinder und
Jugendliche zeigen aufgrund ihrer Behinde-
rungen, ihrer aktuellen Lebensphase oder auf-
grund von psychischen Krankheiten Erlebens-
und Verhaltensweisen, die die Menschen in
ihrer Umwelt besonders herausfordern. Sie
verletzen sich oder andere Menschen, leiden
beispielsweise an Halluzinationen, Ängsten,
Zwängen oder Depressionen. Andere Kinder
wiederum sind autistisch, hörsehbehindert oder
haben besondere visuelle Wahrnehmungs-
verarbeitungsstörungen, so dass sie individuelle,
pädagogisch-therapeutische Unterstützung
benötigen, um ihre Umwelt zu verstehen und
sich in der Welt zurechtzufinden.
Für diese Menschen gestalten wir im Blinden-
institut eine Lern- und Lebenswelt, die eine
persönliche Stabilisierung und Entwicklung
möglich macht. Mit besonderer Fachlichkeit
und Konzepten aus Sonder- und Heilpädagogik
sowie Psychologie und Verhaltenstherapie wird
für die Kinder ein sicherer und verlässlicher
Rahmen geschaffen, der ihnen hilft, sich zu
orientieren und zunehmend selbstständiger zu
werden. Wesentliche Ansatzpunkte sind für
uns dabei Strukturierungshilfen (z.B. nach dem
TEACCH-Konzept), Kommunikationsförderung
und Bewegungsförderung auf Basis einer
vertrauensvollen Beziehung. In enger inter-
disziplinärer Zusammenarbeit ist das besonders
qualifizierte Team aus Schule, Internat und
Therapie ein Psychiater eingebunden, der
an Teamsitzungen und der Förder- und
Betreuungsplanung teilnimmt.