

ARBEITEN MIT PERSPEKTIVE
Die Bentheim Werkstatt in Würzburg ist ein Arbeitsort für bis zu 180 Menschen mit Blindheit, Sehbehinderung, Taubblindheit oder Hörsehbehinderung sowie weiteren Beeinträchtigungen. Werkstattleiterin Stefanie Löhner und ihrem Team geht es um mehr als Beschäftigung: Im Mittelpunkt stehen berufliche Teilhabe, verlässliche Strukturen und die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten weiterzuentwickeln – in einem Umfeld, das sich an den individuellen Voraussetzungen der Mitarbeitenden orientiert.
Der Arbeitsalltag ist vielseitig. In unterschiedlichen Bereichen übernehmen die Beschäftigten handwerkliche, kreative und dienstleistungsbezogene Tätigkeiten. Sie fertigen Produkte für den Verkauf im eigenen Werkstattladen an, erledigen aber auch Montage- und Konfektionierungsarbeiten im Auftrag anderer Unternehmen.
Klare Abläufe, angepasste Hilfsmittel und persönliche Assistenz sorgen dafür, dass die Arbeit gut bewältigt werden kann. Fachkräfte begleiten die Mitarbeitenden kontinuierlich und achten darauf, dass Anforderungen und Belastungen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.
Teilhabe an Arbeit individuell ermöglichen
Ein wichtiger Baustein zu Beginn des Arbeitslebens ist der Berufsbildungsbereich. Hier erwerben die meist jungen Erwachsenen grundlegende arbeitspraktische, soziale und persönliche Kompetenzen. Diese bilden die Basis für die Tätigkeit im Arbeitsbereich der Werkstatt und eröffnen – je nach individueller Entwicklung – weitere berufliche Perspektiven.
So erhalten die Mitarbeitenden auch Unterstützung, wenn sie eine Tätigkeit außerhalb der Werkstatt ausüben möchten. Ziel ist es, allen Menschen gemäß ihren individuellen Fähigkeiten und Wünschen die Teilhabe am und die Eingliederung in das Arbeitsleben zu ermöglichen.
Studierende entwickeln neues Arbeitsgerät
Wie sich Arbeitsprozesse weiterentwickeln lassen, zeigt eine Kooperation aus dem zurückliegenden Jahr: Gemeinsam mit Studierenden des Fachbereichs Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt entstand ein neues, pneumatisch unterstütztes Arbeitsgerät zur Holzverarbeitung. Das Projekt steht beispielhaft für eine enge Zusammenarbeit zwischen Werkstattpraxis und externer Fachkompetenz – mit dem Ziel, Arbeitsabläufe ergonomischer, sicherer und besser zugänglich zu gestalten.

Über die Bentheim Werkstatt GmbH

Matthias Rüth
Geschäftsführer

Johannes Spielmann
Geschäftsführer

Anzahl Mitarbeitende: 52 Gesellschafter: Blindeninstitutsstiftung und Blindenobsorgeverein 1853 e. V.