Fünf Hände im Kreis, an den Handgelenken tragen sie Armbänder mit unterschiedlichen tastbaren Bezugsobjekten.

Was ist Ihr taktiles Objekt?

Bastelanleitung für ein Bezugsobjekt (Namens-Armband)

Ein kurzer Blick genügt und wir wissen: Wer ist da? Wer spricht mit mir? Wer berührt mich? Für taubblinde Menschen ist genau diese Sicherheit im Alltag nicht selbstverständlich. Ohne Sehen und Hören kann es passieren, dass jemand plötzlich ganz nah ist – vielleicht hilft, vielleicht führt, vielleicht pflegt –, aber ohne eindeutig erkennbar zu sein. Viele taubblinde Erwachsene empfinden es als respektlos, wenn man sich nähert, ohne sich „zu erkennen zu geben“. Und genauso wichtig ist es, sich bewusst zu verabschieden – denn sonst verschwindet eine Person einfach aus der Welt.

Ein Bezugsobjekt (auch: taktiles Objekt) ist ein kleines, eindeutig tastbares Zeichen, das an eine bestimmte Person gekoppelt ist. Ein „Ich bin’s“ zum Anfassen. Das Prinzip ist simpel: Sie tragen immer dasselbe Armband (am besten am Handgelenk), auf dem ein kleines Objekt befestigt ist, das gut fühlbar und eindeutig ist. Taubblinde Menschen können dieses Objekt ertasten und wissen: „Ah, du bist das.“ So entsteht Wiedererkennen, Orientierung und Beziehung. Und das Beste: Sie können es ganz leicht selber machen.

Materialien

Für das Armband:

  • breites Gummiband (z. B. Haargummi), einfaches Stoff- oder Lederarmband

Zum Befestigen:

  • Nadel und starker Faden
  • alternativ: haltbarer Textilkleber
  • Schere

Für das Bezugsobjekt (Ihr taktiles Symbol):

  • z.B. einen Knopf (groß, strukturiert, geriffelt)
  • ein Stück Kordel, Band, Leder, Filz
  • oder ein kleines, robustes Teil (z. B. Mini-Anhänger, besonderes Stück Kunststoff): etwas, das zu Ihnen passt oder einfach einzigartig ist

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1

Wählen Sie das Band: stabil, auffindbar, alltagstauglich. Am praktischsten ist ein Armband, das immer am gleichen Ort sitzt (am besten am Handgelenk, weil Hände beim taktilen Kontakt ohnehin „im Einsatz“ sind), nicht stört und robust ist.

2

Finden Sie Ihr Objekt: eindeutig und gut tastbar.

Hier darf es persönlich werden. Fragen, die helfen:

  • Was passt zu mir? (z. B. ich trage oft Schal, ich mag Musik, ich bin gern draußen)
  • Was fühlt man sofort? (Kanten, Rillen, Knoten, Struktur, klare Form)
  • Ist es wirklich einzigartig? (also nicht etwas, das in Ihrem Umfeld bereits eine feste Bedeutung hat)

Wichtig: Das Objekt sollte nicht zu klein sein und nicht nur über Farbe wirken. Es muss mit den Fingern eindeutig erkennbar sein.

3

Befestigen: Legen Sie das Objekt auf dem Armband an die Stelle, wo es beim Tasten sofort gefunden wird (meist oben auf dem Handgelenk).

Nähen Sie es mehrfach fest (lieber zu fest als zu locker).

Ergänzung: eine Gebärde als Name Das Bezugsobjekt kann mit einem Gebärdennamen kombiniert werden – also einem eindeutigen Zeichen für eine Person.

Nutzung im Alltag

Damit das Bezugsobjekt wirklich hilft, wird es im Alltag konsequent, möglichst immer am gleichen Handgelenk, getragen. Bei der Kontaktaufnahme kündigt man sich zunächst taktil an (z. B. durch leichtes Klopfen oder Berühren der Hand), lässt die Person das Armband bzw. das Objekt kurz ertasten und macht – wenn vorhanden – die Namensgebärde. Genauso beim Abschied und bei Wechseln (wenn eine andere Betreuung übernimmt oder nach einer Pause).

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