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Zwei Senioren lachen gemeinsam. Einer der Senioren trägt eine Brille, der andere sitzt im Rollstuhl. Hinter ihnen ist ein Fachwerkhaus zu sehen. Sie befinden sich auf einem Balkon, der mit Blumen geschmückt ist.

Erfahren Sie mehr über Sinnesbeeinträchtigungen

Wir möchten Ihnen gerne wichtige Informationen rund um das Sehen und Hören an die Hand geben. Auf dieser Webseite bekommen Sie einen Überblick zu den Auswirkungen und Anzeichen einer Sinnesbeeinträchtigung und erfahren, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
 

Warum sind gutes Sehen und Hören wichtig?

Sehen und Hören sind unsere wichtigsten Brücken zur Welt. Sie helfen uns, Informationen aufzunehmen, Beziehungen zu gestalten und aktiv am Leben teilzunehmen. Wenn einer dieser Sinne eingeschränkt ist, kann das nicht nur den Alltag und die Selbstständigkeit erschweren, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränken. Unversorgte oder unzureichend versorgte Sinnesbeeinträchtigungen können sich auf die die Gesundheit auswirken. Sie werden unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und demenziellen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen Barrieren abbauen und Zugänge schaffen, damit alle Menschen die gleichen Chancen haben, sich einzubringen, zu verstehen und verstanden zu werden.

Zwei Männer sind auf einem begrünten Balkon. Eine von ihnen sitzt im Rollstuhl und trägt ein Hörgerät, der andere trägt eine Brille. Beide Männer lächeln in die Kamera.

Welche Anzeichen deuten auf eine Seh- oder Hörbeeinträchtigung hin?

Folgende äußere Anzeichen können auf eine Sehbeeinträchtigung hindeuten:
  • Blendempfindlichkeit, erhöhter Lichtbedarf
  • Schiefe Kopfhaltung, Starkes Annähern an Objekte, Zeitung etc.
  • Augenblinzeln, Augenzukneifen, Augenzittern
  • Augentränen, rotes Auge, verklebtes Auge
  • Schmerzendes Auge (akuter Handlungsbedarf!)
  • Gesichter/Gegenstände werden nicht immer erkannt
  • Unsicherer Gang, Stürze
  • Sozialer Rückzug
  • Unlust zum Lesen oder Fernsehen
  • Orientierungsschwierigkeiten
  • Gehäuftes Nachfragen
  • Veränderung der Persönlichkeit 
Viele Augenerkrankungen treten ohne Schmerzen auf und schreiten langsam und schleichend fort, sodass diese häufig unbemerkt bleiben. Daher ist es empfehlenswert,
ab dem 40. Lebensjahr einmal im Jahr eine*n Augenärzt*in aufzusuchen.  

Folgende Anzeichen können auf eine Hörbeeinträchtigung hindeuten:
  • Stress / Ermüdung
  • nachlassende Konzentrationsfähigkeit
  • sinkende Merkfähigkeit
  • eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit
  • Misstrauen
  • Überempfindlichkeit gegen laute Geräusche
  • Druck auf den Ohren, Gefühl verstopfter Ohren
  • Sozialer Rückzug
  • Gehäuftes Nachfragen 
Um eine Hörbeeinträchtigung rechtzeitig zu erkennen, empfiehlt sich ab dem 50. Lebensjahr ein jährliches Hörscreening  in einer HNO-Praxis, bei der Hausärztin bzw. beim Hausarzt oder in Hörakustik-Fachgeschäften.

Einige der Anzeichen von Seh- und Hörbeeinträchtigungen, wie beispielsweise sozialer Rückzug, Veränderungen der Persönlichkeit oder Orientierungsschwierigkeiten können auch mit einer demenziellen Erkrankung zusammenhängen. Deshalb ist es wichtig, dass eine differenzialdiagnostische Abklärung durchgeführt wird.

Wie häufig kommen Sinnesbeeinträchtigungen vor und in welchem Alter?

Sinnesbeeinträchtigungen nehmen im Lauf des Lebens exponentiell zu. Von Seh- und Hörbehinderungen sind laut Zahlen des Statistischen Bundesamts besonders Menschen über 60 Jahre betroffen. Gleichzeitig brechen viele institutionelle Rehabilitations- und Unterstützungsangebote meist mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben weg. Deshalb hat es sich das Modellprojekt zur Aufgabe gemacht, durch Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit vorhandene Angebote und Hilfen für sinnesbeeinträchtigte Senior*innen sichtbarer zu machen.
 

Blindheit und Sehbehinderung

Statistik des Statistischen Bundesamts zur Anzahl blinder und sehbehinderter Menschen und dem prozentualen Anteil nach Altersgruppen aus 2025. Die Altersgruppe der 0-6-Jährigen macht 0,3% der Betroffenen aus, bei den 6-18 Jahren sind es 1,2%, bei den 18-45-Jährigen 7,2%, bei den 45-60-Jährigen 10,6%, bei den 60-75-Jährigen 25,3% und bei den über 75-Jährigen 55,4%.

Taubheit und Schwerhörigkeit

Statistik des Statistischen Bundesamts zur Anzahl tauber und hörbehinderter Menschen und dem prozentualen Anteil nach Altersgruppen aus 2025. Die Altersgruppe der 0-6-Jährigen macht 0,4% der Betroffenen aus, bei den 6-18 Jahren sind es 1,5%, bei den 18-45-Jährigen 7,3%, bei den 45-60-Jährigen 12,8%, bei den 60-75-Jährigen 35,1% und bei den über 75-Jährigen 42,9%.

Beratungs- und Unterstützungsangebote bei Sehbeeinträchtigungen

Blickpunkt Auge
Beratungsstelle mit Peer-Beratung zu Sehbehinderung und Blindheit, passenden Hilfsmitteln und möglichen sozialen Leistungen

Sehhilfenberatung des Blindeninstituts
Überprüfung der Sehfunktion und individuelle Beratung und Unterstützung bei der Auswahl und Erprobung geeigneter Hilfsmittel

Low-Vision-Optiker*innen des Low-Vision-Kreises
Spezialisierte Optikfachgeschäfte für sehbehinderte Menschen, wenn eine normale Brille nicht mehr ausreicht und optische/elektronische Hilfsmittel zum Ausgleich verwendet werden müssen

 

Ein älterer Mann nutzt ein Bildschirmlesegerät zur Vergrößerung eines Buches.

Beratungs- und Unterstützungsangebote bei Hörbeeinträchtigungen

Schwerhörigenberatung des Paritätischen Unterfranken
Unterstützung für schwerhörige, spätertaubte und cochlea-implantierte Menschen sowie deren Angehörige bei Fragen rund um Alltag, Beruf, Behörden und soziale Leistungen.

Deutscher Schwerhörigenbund (DSB)
Bundesweite Interessenvertretung von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. Er bietet Beratung und Informationsangebote für Betroffene an und vertritt deren Belange gegenüber Politik, Behörden, Sozialversicherungsträgern und anderen Institutionen

Deutsche Tinnitus-Liga
Bundesweite Selbsthilfeorganisation, die Beratung, Austausch und Informationen für Menschen mit Tinnitus und Ohrgeräuschen sowie ihre Angehörigen anbietet und sich für die Aufklärung, bessere Versorgung und die Förderung von Forschung im Bereich Tinnitus einsetzt

Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch auf einem Balkon, der begrünt ist. Sie unterhalten sich.

Weitere wichtige Anlaufstellen

EUTB
Unabhängige Beratung zu Rehabilitation, Teilhabe und möglichen Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige

MZEB Würzburg
Medizinisches Behandlungszentrum für erwachsene Menschen mit komplexer Behinderung, das ärztliche und nichtärztliche Leistungen anbietet, die interdisziplinär erbracht werden und in eine gemeinsame, ganzheitliche Empfehlung für einen Behandlungsplan münden

GaViD-Sinne
Projekt zur Verbesserung der Diagnostik und Versorgung, indem Sehen und Hören gemeinsam untersucht werden und verschiedene Fachrichtungen (z. B. Augenheilkunde, HNO, Pädagogik) eng zusammenarbeiten, um eine frühzeitige und passgenaue Unterstützung zu ermöglichen.
 

Zwei ältere Männer sitzen an einem Tisch. Einer von ihnen ist im Rollstuhl und trägt ein Hörgerät, der andere eine Brille. Sie schauen sich an und lächeln. Vor ihnen befinden sich kleine Holzmodelle von Häusern.

7 Goldene Regeln für den Umgang mit sinnesbeeinträchtigten Menschen

Grafik mit folgende Text:
1.	In kurzen, klaren Sätzen sprechen
2.	Wichtige Inhalte wiederholen
3.	Nicht schreien
4.	Abläufe und Umgebungen beschreiben
5.	Personen mit Namen ansprechen
6.	Körperkontakt ankündigen
7.	Hilfe anbieten
Logo auf der rechten Seite: Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp.  Logo auf der linken Seite: Gefördert durch Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Blindeninstitut Würzburg / Beratung

Modellprojekt "Sinnesbeeinträchtigungen in der Pflege im sozialen Nahraum"
Tel. 0931 2092-2362
sinnesonah@blindeninstitut.de

Symbol von einem Smart Phone das ein klingelndes Telefon zeigt

Modellprojekt "Sinnesbeeinträchtigungen in der Pflege im sozialen Nahraum"

Das Modellprojekt „Sinnesbeeinträchtigungen in der Pflege im sozialen Nahraum“ wird  unter der Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention für die Region Unterfranken umgesetzt. Ziel des Modellprojekts ist es,  das Bewusstsein für Sinnesbeeinträchtigungen zu schärfen und Wissen und Kompetenzen dazu verstärkt auch im außerstationären Bereich zu vermitteln.  

Ein lächelnder Senior hält ein Holzhäuschen in den Händen. Im Hintergrund befindet sich ein Fachwerkhaus. Der Senior steht auf einem Balkon, der mit Blumen geschmückt ist.

Beratungs- und Kompetenzzentrum Sehen und Kommunikation

Sehen und Kommunikation sind unsere Kernkompetenzen im Blindeninstitut. Deshalb haben wir unsere Fachdienste und Beratungsangebote rund um diese Themen in Würzburg in einem Beratungs- und Kompetenzzentrum zusammengefasst.

Das Bild zeigt einen bunten Regenschirm.