Eine Gruppe vom Menschen steht im Halbkreis in einer Wiese. Zwei Personen in der Mitte halten je einen Ballon in Form einer Zwei und einer Fünf.

25 Jahre IKIG – Wo andere Grenzen sehen, schaffen wir Möglichkeiten

Im Jahr 2001 wurde im Blindeninstitut Würzburg die erste Spezialgruppe Psychiatrie gegründet, für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung, extrem herausforderndem Verhalten und zusätzlichen psychischen Erkrankungen. Aus dieser ersten Gruppe entwickelte sich, was wir heute als Intensivklassen und Intensivgruppen (IKIG) kennen.

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25 Jahre IKIG

Wo andere Grenzen sehen, schaffen wir Möglichkeiten

Eine Gruppe vom Menschen steht im Halbkreis in einer Wiese. Zwei Personen in der Mitte halten je einen Ballon in Form einer Zwei und einer Fünf.
Vor 25 Jahren begann eine Geschichte, die bis heute zeigt, was möglich wird, wenn man den Mut hat, neue Wege zu gehen.
Im Jahr 2001 wurde im Blindeninstitut Würzburg die erste Spezialgruppe Psychiatrie in der 9a gegründet. Ein mutiger Schritt – für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung, extrem herausforderndem Verhalten und zusätzlichen psychischen Erkrankungen, für die es damals kaum passende Angebote gab. Aus dieser ersten Gruppe entwickelte sich das, was wir heute als Intensivklassen und Intensivgruppen (IKIG) kennen. Damals wie heute gilt: Manche sagen über unsere Kinder: „Das geht nicht.“ Sie seien zu laut, zu impulsiv, zu herausfordernd. Sie würden Systeme sprengen. Wir sehen das anders.
Wir sind überzeugt: Nicht die Kinder müssen in starre Systeme passen – Systeme müssen sich an Kinder anpassen. Seit mittlerweile 25 Jahren schaffen die IKIGs genau solche Räume. Räume, in denen Beziehung vor Bewertung steht, Entwicklung vor Perfektion und Sicherheit vor Kontrolle. Räume, die geprägt sind von der Haltung der Neuen Autorität, von PRODeMa, TEACCH und dem festen Glauben daran, dass jedes Kind Entwicklungsmöglichkeiten hat.

Eine Woche voller Farbe, Begegnungen und echter Gemeinschaft
Ein 25. Geburtstag muss natürlich gefeiert werden – und wie! Der Montag startete mit einem gemeinsamen Grillfest. Kinder und Mitarbeitende kamen zusammen, es wurde gegessen, gelacht und einfach Zeit miteinander verbracht. Ohne Programm, ohne Leistungsdruck – dafür mit ganz viel Gemeinschaft.
Am Dienstag wurde es kreativ – und zwar richtig. Farben waren ausdrücklich nicht nur auf Papier erlaubt. Mit Pinseln, Händen und jeder Menge Begeisterung entstand ein großes Gemeinschaftskunstwerk, das nun eine Wand verschönert. Bunt, lebendig und einzigartig – eigentlich genau wie unsere IKIGs.
Der Mittwoch brachte Action: Hüpfburg, Eis und strahlende Gesichter. Es wurde gehüpft, getobt und gelacht, bis die Beine müde waren. Ein Tag voller Leichtigkeit und Sommerferiengefühl.
Fast schon magisch wurde es am Donnerstag. Zwei Shetlandponys, eine neugierige Ziege und vier ganz unterschiedliche Hunde – vom kleinen Vierbeiner bis zum sanften Riesen – verwandelten unseren Garten in einen Ort ganz besonderer Begegnungen. Es wurde gestreichelt, beobachtet, gelacht und manchmal einfach nur still genossen. Für viele Kinder entstanden Momente voller Vertrauen und Nähe. Augenblicke, die zeigen, wie viel möglich wird, wenn Kinder die Zeit, den Raum und die Menschen bekommen, die sie brauchen.
Den krönenden Abschluss bildete am Freitag das große IKIG-Fest. Aktuelle und ehemalige Mitarbeitende feierten gemeinsam mit den Kindern. Es wurde gelacht, erzählt, erinnert und improvisiert – denn wer in den IKIGs arbeitet, weiß: Die schönsten Momente lassen sich oft nicht planen. Überall begegneten sich Menschen, die die Geschichte dieses Bereichs mitgeschrieben haben oder sie heute weiterschreiben.

25 Jahre Haltung
Die Festwoche war weit mehr als eine Geburtstagsfeier. Sie war ein sichtbares Zeichen dafür, was unseren Bereich seit einem Vierteljahrhundert ausmacht. Wir begleiten Kinder, bei denen andere oft zuerst Grenzen sehen. Wir sehen Potenziale.
Wir erleben jeden Tag, dass Beziehung Veränderung ermöglicht. Dass Sicherheit stärker wirkt als Kontrolle. Dass Kreativität Türen öffnet. Und dass Entwicklung dort beginnt, wo Erwachsene bereit sind, ihre Haltung immer wieder zu hinterfragen und sich auf das Kind einzulassen.
Wir fragen nicht: „Was stimmt mit diesem Kind nicht?“ Sondern: „Was braucht dieses Kind, damit Entwicklung möglich wird?“ Genau darin liegt seit 25 Jahren die besondere Stärke der IKIGs.
25 Jahre IKIG stehen für Mut, Ausdauer, Herzblut und unzählige Menschen, die mit Fachlichkeit, Humor und Engagement Räume geschaffen haben, in denen Kinder erleben dürfen: Ich bin willkommen. Ich darf sein. Und ich kann wachsen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Weg seit der Gründung der Spezialgruppe Psychiatrie 9a im Jahr 2001 mitgestaltet haben – und an alle, die ihn jeden Tag weitergehen.
Auf die nächsten 25 Jahre voller Haltung, Mut und Möglichkeiten.
(Babett Rueff)

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