Ein junger Mann und eine junge Frau sitzen an einem Tisch in einem Pavillon und kosten mit geschlossenen Augen Saft

Mit allen Sinnen: Unser Inklusionsstand beim Umsonst & Draußen Festival 2026

Vom 18. bis 21. Juni 2026 verwandelten sich die Mainwiesen in Würzburg wieder in einen Ort voller Musik, Kultur und Begegnung. Mitten im Festivalgeschehen war das Blindeninstitut Würzburg an zwei Tagen mit seinem Inklusionsstand vertreten.

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Mit allen Sinnen: Unser Inklusionsstand beim Umsonst & Draußen Festival 2026

Ein junger Mann und eine junge Frau sitzen an einem Tisch in einem Pavillon und kosten mit geschlossenen Augen Saft.
Vom 18. bis 21. Juni 2026 verwandelten sich die Mainwiesen in Würzburg wieder in einen Ort voller Musik, Kultur und Begegnung. Trotz hochsommerlicher Temperaturen, neuer Hitzerekorde und Fußball WM strömten rund 50.000 Besucherinnen und Besucher zum Umsonst & Draußen Festival, um das vielfältige Bühnenprogramm zu genießen, über den Bazar zu schlendern und sich im Initiativbereich über gesellschaftliches Engagement zu informieren.
Mitten im Festivalgeschehen war das Blindeninstitut Würzburg an zwei Tagen mit seinem Inklusionsstand vertreten. Unter dem Motto „Die Welt mit anderen Augen sehen“ luden zahlreiche Mitmachangebote dazu ein, den eigenen Sinnen zu vertrauen und die Perspektive von Menschen mit Sehbeeinträchtigung kennenzulernen.
Große und kleine Besucher probierten mit viel Neugier die verschiedenen Stationen aus: Beim Tastmemory mussten passende Paare ertastet, mit der Big Shot fühlbare Bilder auf Karten geprägt oder mit Simulationsbrille und Filzstift der Weg durch ein aufgedrucktes Labyrinth gefunden werden. Für viele Überraschungen sorgte das Riechquiz. Nicht selten hörte man Sätze wie: „Den Geruch kenne ich – ist das Lakritze?“ Tatsächlich verbarg sich dahinter jedoch Fenchel.
Ein echter Publikumsmagnet war erneut die blinde Saftverkostung. Ohne den gewohnten Blick auf Farbe und Konsistenz wurde das Erkennen der Sorten schnell zur Herausforderung. Rhabarber wurde häufig für Birne gehalten und der erdige Geschmack von Karottensaft ließ manchen auf Rote Beete tippen. Die Erfahrung zeigte eindrucksvoll, wie sehr unser Sehsinn die Wahrnehmung beeinflusst.
Eine besondere Unterstützung war die Mitwirkung von vier Klient*innen aus dem Bereich Wohnen Erwachsene. Sie gestalteten den Stand aktiv mit und waren für viele Besucherinnen und Besucher wichtige Gesprächspartner. Offen berichteten sie von ihrem Alltag, beantworteten Fragen und vermittelten authentische Einblicke in das Leben mit einer Sehbehinderung. So entstanden persönliche Begegnungen, die Berührungsängste abbauten und neue Perspektiven eröffneten.
Auch einer unserer erfahrensten Klienten, Peter Häußler, der im Projekt Selbstbestimmung und Teilhabe zum Wegberater ausgebildet wurde, war am Stand im Einsatz. Er informierte Ratsuchende über passende Beratungs- und Unterstützungsangebote in Würzburg und zeigte, wie wichtig Selbstbestimmung und Teilhabe im Alltag sind.
Die offene und entspannte Atmosphäre des Festivals bot den idealen Rahmen, um mit Menschen jeden Alters ins Gespräch zu kommen. Unser Inklusionsstand machte erfahrbar, wie vielfältig Wahrnehmung sein kann, regte zum Nachdenken an und trug dazu bei, den Blick auf Menschen mit Behinderung ein Stück weit zu verändern.
Für uns war der Einsatz ein voller Erfolg – vor allem dank des großen Engagements unserer Klient*innen, die Inklusion nicht nur erklärten, sondern sie ganz selbstverständlich lebendig werden ließen. Wir freuen uns schon darauf, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.  (ST)

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